Hattu Socken?

Ich und Socken stricken? Das ist ja ein Ereignis, das ungefähr so selten zu besichtigen ist, wie der Halley'sche Komet. Das hat mehrere Gründe. Zum einen habe ich keine Lust, jede Menge Arbeitszeit auf etwas zu verwenden, das man hinterher nicht sieht. Zum anderen haben Socken für mich noch nicht einmal praktischen Nutzen, denn ich bin mit Schuhgröße 42 geschlagen. Folglich bin ich schon froh, wenn ich Schuhe finde, die mit dünnen Strümpfen passen.

Vor vielen Jahren, als die bunte, selbstmusternde Wolle aufkam, hatte ich mich zuletzt dazu aufgerafft. (Ja doch, ich bin so alt, dass ich mich noch an Zeiten erinnern kann, als es nur einfarbige Sockenwolle gab ...) Weil ich dachte, ich kann die Dinger einfach zu Hause als Hausschuhersatz tragen. Aber dabei sind sie doch relativ schnell kaputtgegangen, so dass meine Begeisterung trotz der schönen Garne schnell wieder abflaute.


Wenn mich also überhaupt etwas an die Sockennadeln bringen kann, dann ist es eine neue, ungewöhnliche Konstruktion. Und damit meine ich nicht die achtundfünfzigste Fersenvariante oder die ach so revolutionäre Tatsache, dass man ja auch an der Spitze anfangen könnte. Etwas innovativer sollte es schon sein. Schwer in Versuchung war ich schon letztes Jahr, als alle Welt die Karuselli-Socken strickte. Vielleicht probiere ich die auch tatsächlich noch irgendwann aus.
Der aktuelle Anlass ist aber Frau Fadenkram geschuldet, die in einem Post so nebenbei die Hattu-Socken erwähnte.

Und außerdem hatte ich mir in einem Anfall geistiger Umnachtung, diese ganz kurzen ChiaoGoo Nadeln gekauft, mit denen man ja vor allem Ärmel bequem in der Runde stricken können soll. Davon berichte ich irgendwann nach ausführlichen Tests mal mehr. Hier nur so viel: Für die Socken bin ich ganz schnell wieder aufs Nadelspiel gewechselt. Weil die ja dieses Jahr noch fertig werden sollten.

Weil bei dem Nadelset, mit dem ich ja angefangen hatte, 3,5 mm die kleinste Größe ist, war ich auch in der Garnwahl etwas eingeschränkt. Aber zum Glück fand sich noch ein Restposten dieses absolut hässlichen Drops Garns, von dem ich einst riesige Mengen gekauft hatte, weil jemand einen Linientreu damit gestrickt hatte, der total gut aussah. Einen beträchtlichen Posten hatte ich ja seinerzeit im 3 in 1 Pulli untergebracht.


Das Besondere an dieser Konstruktion: Es gibt im Prinzip gar keine Ferse. Man strickt bis zur Sohle und kriegt dann mit verkürzten Reihen die Kurve. Bonuspunkt: Man arbeitet sich dabei so weit vor, dass man den halben Fuß schon fast fertig hat und es (selbst bei meiner Schuhgröße) gar nicht mehr lange dauert, bis man schon für die Spitze abnehmen kann. Die ist, soweit ich das beurteilen kann, ganz konventionell gearbeitet, jedenfalls so, wie ich das in dunkler Erinnerung hatte.

Passen tun die Dinger ganz wunderbar. Obwohl für das Maschenbild etwas kleinere Nadeln natürlich vorteilhaft gewesen wären. Für die Challenge bringen sie allerdings nur lumpige 235 Meter. Und von dem vermaledeiten Garn ist immer noch ein Knäuel übrig!

Garn: 67 g Drops Delight (75% Wolle, 25% Polyamid), LL 175 m / 50 g, Farbe 18

Nadelstärke: 3,5 mm

Anleitung: Hattu von Nicola Susen

Kommentare

  1. Du hast sie also fertig! Irgendwie haben die auch bei Dir und in 42 immer noch etwas absolut Drolliges, was ja nicht gegen sie spricht. Ansonsten kann ich Deine Einschätzung 1:1 bestätigen, sie sind "ganz anders", haben keine Ferse, sind schnell gestrickt und sehen lustig aus. Mein nächster Sockenplan, für den ich schon SoWo 6fach angeschafft habe, ist dann die "Dehnungsfuge", ebenfalls von Frau Susen. Die Karussellis reizen mich ja auch... Irgendwie sehe ich aus der Ferne die nächste Sockenphase auf mich zu rollen.... Zum Glück habe ich keine Leipzig-Challenge, sondern halte nur nach möglichst großen Woll-Transportbehältnissen Ausschau ;-))

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  2. Total! Wenn man eine spitzere Spitze dran machen würde, sähen sie aus wie die Schuhe von Weihnachtselfen.
    Die Transportfrage ist bei mir bereits gelöst. Seit ich letztes Jahr einen Riesenkoffer angeschafft habe, um meine Tücher nach Sulingen zu bringen, bin ich bestens gerüstet.
    Sollten meine Dreiernadeln irgendwann frei von Handstulpen werden, gehe ich die Karusellis vielleicht auch an. Sockenwolle, die weg kann, hab ich genug.

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  3. Am Fuß sehen die doch toll aus!
    Ich freue mich immer wieder, wenn ich morgens meine Selbstgestrickten anziehe und mein Männe auch. :)

    Diese Karusselsocken finde ich aber doch sehr eigenwillig und unförmig. Bin gespannt...

    LG Chrissi

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    1. Das stimmt, die Karusellis sehen total unmöglich aus! Aber ich habe bisher von allen, die sie gestrickt haben, gehört, dass die auch toll sitzen. Kann man sich echt nicht vorstellen. Bevor ich die mir vornehme, muss ich aber dringend noch ein paar andere Sachen in Angriff nehmen.

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