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Leipziger Allerlei oder: Eine Frau im Wollrausch

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Es war ja schon vorher klar: Man darf mich einfach nicht unbeaufsichtigt in einen Raum lassen, wo es Wolle zu kaufen gibt. Und beim Wollefest Leipzig kommt erschwerend hinzu, dass das ein seeehr großer Raum ist:


Außer dem obligatorischen Hallenbild habe ich allerdings keinerlei Fotos gemacht. Gar nicht dran gedacht, weil ich viel zu beschäftigt damit war, Garne zu bestaunen, anzufassen zu streicheln, begehrlich zu umkreisen und - natürlich - auch einzukaufen.

Aber der Reihe nach. Angekommen bin ich am Freitagnachmittag und nachdem ich das Gepäck im Hotel abgeliefert hatte, habe ich erst mal einen ausgiebigen Stadtbummel gemacht. In einem anderen Leben (vor rund 15 Jahren) habe ich hier ja mal für eineinhalb Jahre gelebt und gearbeitet und die Stadt ist mir ans Herz gewachsen wie sonst kein Ort auf dieser Welt. Auch wenn mittlerweile der Kommerz in Gestalt von Starbucks und Konsorten das Stadtbild fest im Griff hat und die allgegenwärtigen Leuchtreklamen von den schönen Häusern ablenke…

Unverhofft kommt oft

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Soviel zum Thema: "Vor Leipzig kaufe ich keine Wolle mehr"! Aber diesmal kann ich fast nichts dafür. Über Frau Sonnenburgs Bericht von der H+H entspann sich nämlich ein kurzer Austausch über das Garn Linea, das ich (Himmel, das ist schon wieder fast zwei Jahre her) für dasMoth Cloth schon einmal verwendet hatte. Frau Sonnenburg will sich daraus ein Top stricken und verzweifelte etwas über der Nadelgröße, die man für ein blickdichtes Gewebe benötigt. Es ist in der Tat etwas schwierig, bei Leinen einen guten Kompromiss zwischen transparent und brettartig zu finden. Daher mein Vorschlag doch den Luxus auf die Spitze zu treiben und ein Seidengarn in Lacestärke mitlaufen zu lassen.

Na ja, und diese Idee musste ich dann selber gleich ausprobieren. Ich war ohnhin unterwegs zum Stricktreff bei Wolle & Schönes und wusste, dass da irgendwo noch ein paar Stränge Linea herumlagen ... Und Traumseide sowieso.


Beschlossen und gleich umgesetzt. Damit hatte ich zwar gleich noch zwei weit…

Auf den Nadeln im April

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Ho, ho, da hat der einsetzende Frühling ja im März ein ganzes Füllhorn an fertigen Projekten ausgeschüttet! Zwei Jacken und drei Tücher!

Die unverhoffte Produktivität in Sachen Jacken speist sich aus einem Akt präventiver Gewissensberuhigung. Da ich vom Ausflug nach Leipzig kaum ohne Wolle heimkehren werde, nutze ich die Gelegenheit, bis dahin ein wenig Stashabbau zu betreiben. Und auch wenn man nicht gar zu genau in die Kisten schaut, hat sich da doch so einiges angesammelt, das schon längst ein Kleidungsstück hätte werden sollen. In der Regel handelt es sich dabei um Ausverkaufsbeute, die nach dem Motto "kann man immer brauchen" schon seit Jahren Platz wegnimmt.
Dieses tugendhafte Unterfangen werde ich im laufenden Monat fortsetzen. Na ja, zumindest bis Mitte des Monats, bis neue Garnverlockungen einziehen. Aktuell auf den Nadeln ist immer noch der Girlfriends-Cardigan, ein geripptes Ding, das ausgehend von der Garnmenge wohl etwas in Tunikalänge werden wird und ein Flatt…

Kein Aprilscherz!!

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[Garantiert keine Werbung!]

Jetzt mal ernsthaft: Habt Ihr sowas schon mal gesehen??


Beim Kauf sahen diese beiden Knäuel (genau wie die sechs anderen, die ich davon noch habe) absolut identisch aus. Das obere Knäuel hat nach einmal Stricken und wieder auftrennen eine äußerst unerfreuliche Metamorphose vollzogen. Damit, dass es etwas stumpfer wird, könnte ich ja noch leben - ist halt Leinen. Und offenbar keines von der hochwertigen Sorte, obwohl der usprüngliche Verkaufspreis so niedrig nicht war (6,95 € pro 50 g). Ich hab's bei einer Ladenauflösung zum Schleuderpreis abgestaubt, der finanzielle Verlust hält sich also in Grenzen.

Aber dass das aussieht wie eine komplett andere Farbe ist schon mehr als ärgerlich! Schließlich hatte es mir genau dieser Rotton angetan, das undefinierbare Rost-Grün-Gematsche finde ich weniger aufregend. Und dann bleibt noch die Frage: Was passiert, wenn ich das schon einmal verstrickte Garn ein zweites Mal verarbeite? Wird es dann noch faseriger und he…

Frisch geteert

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Weil das mit dem Stashabbau bei der gestreiften Jacke so befriedigend war, habe ich beschlossen, mit diesem löblichen Treiben gleich weiterzumachen. Ein weiteres Rote-Etiketten-Schnäppchen bot sich da an: Immerhin elf Knäuel von einem schwarzen Baumwoll-Bändchen mit einem leichten Glitzer-Effekt.

Und eine schwarze Jacke kann man ja auch immer brauchen, oder? Auch diese ist ganz schlicht, RVO mit ein paar verkürzten Reihen im Rücken, damit es hinten etwas länger wird. Ohne Knopfleiste, der Kragen gleich mitgestrickt.


Mit 6er Nadeln schmolzen die Vorräte dann auch dahin wie Schnee Teer in der Sonne.
Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen. Außer dass das fertige Stück möglicherweise magische Kräfte besitzt. Denn angezogen bringt es offenbar diverse definitiv vorhandene Fettpölsterchen zum Schwinden ...


Da ich grade ohnehin keine spannende Idee für ein Tuch habe, werde ich noch ein paar weitere Altlasten aus diversen Kisten hervorkramen und die nächsten zwei Wochen weitere Kleidungsstück…

Osterhasi? Nein, extreme stacking!

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Letzte Woche fand sich plötzlich dieses merkwürdige Gebilde auf den Nadeln:


Für den Hintergrund muss ich etwas ausholen. Ich habe vor einiger Zeit wieder angefangen, mit gebündelten Zu- und Abnahmen (stacked increases and decreases) herumzuspielen, auf der verzweifelten Suche nach einer Abschlusskante für ein ansonsten schon längst fertiges Tuch. Ich habe das vor ein paar Jahren schon mal ausprobiert, unter anderem beim Emeralds and Diamonds, den ich immer noch gerne trage.

Kurz erklärt: Bei gebündelten Zunahmen strickt man aus einer Masche beliebig viele Maschen heraus; bei gebündelten Abnahmen werden entsprechend viele Maschen zu einer einzigen zusammengefasst. In beiden Fällen werden dafür Maschen nach dem Abstricken wieder auf die linke Nadel zurückgehoben und erneut bearbeitet.

Die Königin der gebündelten Maschen ist natürlich Xandy Peters, deren Fox Paws ihr vermutlich zumindest schon mal gesehen habt, falls ihr nicht selbst daran verzweifelt seid.

Meine bisherigen neuen Versuch…

Schnellschuss

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Während ich letzten Samstag noch damit beschäftigt war, das neue Tuch verzückt zu beäugen, fragte ich mich, was ich den mit den verbliebenen halben Strang anfangen sollte. Dann hatte ich einen Geistesblitz: Vor ca. zwei Jahren hatte ich im Ausverkauf mal zehn, für meine Verhältnisse recht blasse Knäuel mitgenommen, die aus dem Sortiment geflogen waren. Ursprünglich wollte ich daraus ein Brioche-Jäckchen machen, aber die Farben hoben sich einfach zu wenig voneinander ab, wodurch ich dann auf wenige Kombinationen beschränkt gewesen wäre.


Aber der lachsfarbene Rest (ok, weil's die Farbe des Jahres ist, können wir es locker auch 'Koralle' nennen) gab der langweiligen Versammlung gleich einen ungeahnten Frischekick:


Kurzentschlossen schlug ich also einen klassischen RVO an und werkelte munter drauf los. Zwischendurch dachte ich zwar: "Meine Güte, fällt dir denn gar nichts anderes als Streifen ein?", aber ich hatte keine Lust, auch noch groß über ein Muster nachzudenk…

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