Samstag, 27. August 2016

Noch ein Testobjekt

Es gibt ja naturgemäß nur eine beschränkte Anzahl von Möglichkeiten, wie man ein Dreieckstuch beginnen kann. Aber eine hatte ich bisher noch ausgelassen: mit einer Längsseite anfangen. Das bedeutet allerdings, dass man gleich relativ viele Maschen auf der Nadel hat, die man dann mittels verkürzter Reihen noch eifrig vermehrt.


Aber das große Staunen kam erst Tage später, nach dem Abketten: Das Teil ist riesig (obere Kantenlänge drei Meter). Und wegen der Form eignet sich das Tuch eigentlich fast nur dazu, es mehrfach um den Hals zu wickeln. Rückblickend hätte dafür auch ein einziger Zauberball gereicht. Damit hätte man immerhin schon eine Kantenlänge von 1,80 Metern erhalten (= die unteren drei Abschnitte des Tuchs). Allerdings wäre da fast nichts von dem schönen Türkis drin gewesen, dass den ursprünglichen Kaufimpuls überhaupt erst ausgelöst hat.



Nachtrag: Als Schal macht es sich nicht schlecht ...










Material:

  • 200 g Schoppel Zauberball 100 (100% Schurwolle), LL 400 m / 100 g, Farbe 2309 ('Blaue Lagune)
  • 22 g  farblich passende Reste für die Kraus-Rechts-Reihen
Rundstricknadel 3,75 mm




Montag, 22. August 2016

Endspurt

Ich konnte es nicht lassen und habe mich noch ein zweites Mal in der Disziplin Faltenwurf geübt. Sprich: das rote Tuch noch mal gestrickt, diesmal mit luftigem Silk-Mohair, in der Hoffnung dass die Falten damit besser erhalten bleiben.

Zwar habe ich damit - mit glühenden Nadeln - noch ein weiteres Projekt für die Ravellenics über die Ziellinie gebracht (gut, dass der Stress jetzt vorbei ist ;)), allerdings lautet auch hier das Urteil: tragbar, aber nicht befriedigend.

Nach dem Abketten sah's noch ganz verheißungsvoll aus:



Aber das Entspannungsbad war dann eindeutig zu entspannend:


Ich hatte während des Strickens noch ein, zwei Ideen wie man die Falten mit eingebauten Raffungen eventuell erhalten könnte, aber ausprobieren werde ich das vorerst nicht. Ich muss jetzt dringend was anderes sehen! Waren da nicht noch ein paar Lochmuster-Projekte im WIP-Stapel?



Garn:
  • 25 g Lana Grossa Silkhaur (70% Mohair, 30% Seide), 210 m / 25 g Farbe 084 (dunkelgrau)
  • 10 g Drops Kid-Silk (75% Mohair, 25% Seide), 200 m / 25 g Farbe 05 (altrosa)
  • 50 g Schulana Kid-Seta Jubile SuperKid (70% Mohair, 30% Seide), 210 m / 25 g Farbe 3
  • 25 g Lang Merino Paillettes (96% Schurwolle, 4% Polyester), 132 m / 25 g, Farbe 0048 (altrosa)
  • 10 g Lang Merino Paillettes (96% Schurwolle, 4% Polyester), 132 m / 25 g, Farbe 0043 (blaugrau)


Rundstricknadel 5,0 mm

Freitag, 19. August 2016

Ruck-Zuck-Poncho

Letzte Woche ist mir im Ausverkauf ein kleines Restposten-Rudel Schulana Artissimo zugelaufen. Dass die Firma Konkurs angemeldet hat, lag sicher nicht an mir ... Die hatten immer so schöne Farben! Wie ich gelesen habe, wird es aber wenigstens meine heißgeliebte Kid-Seta und ein paar andere Qualitäten unter anderem Label weiter geben (Fila Doro von AWV).



Die Farben waren es auch diesmal, die mir keine andere Wahl ließen als zuzugreifen. Die Kombination von grün und lila kriegt mich jedes Mal. Das dicke, fluffige Mohairgarn bekundete sofort entschieden, dass es ein Poncho werden wollte. Und die alles andere als sommerlichen Temperaturen sprachen auch nicht dagegen, sofort damit anzufangen. Zumal ich ohnehin noch ein zweites Olympia-Begleitprojekt brauchte (wegen der Leichtathletik werden die Nachtschichten zunehmend länger).

Mit 8er Nadeln ging das Ganze auch wirklich flott voran. Allerdings litten die Wonnebällchen unter einem schweren Fall von Schwindsucht - 50 Meter Lauflänge reichten im unteren Bereich grade mal für fünf Reihen. Deshalb habe ich unten noch etwas Länge dazugemogelt, mit Fallmaschenreihen aus Restbeständen.


Gestrickt ist das Ganze vom Hals abwärts. (Beginn mit einer Maschenzahl, die durch vier teilbar ist, Viertel markieren und dann in jeder zweiten Reihe 8 Maschen zunehmen - je eine vor und nach den Maschenmarkieren). Auf die Weise erhält man ein gleichseitiges Viereck, das zwei Tragevarianten ermöglicht: entweder mit einer Spitze oder mit einer geraden Seite nach vorne.

























Damit ist immerhin noch ein drittes Projekt für die Ravellenics fertig geworden. Und jetzt muss ich mal schauen, was ich eigentlich diesen Monat stricken wollte ...

Garn:
  • 350 g Schulana Artissimo (50% Schurwolle, 50% Mohair), LL 50 m / 25 g, Farbe 2.
  • 45 g Restsockenwolle unbekannter Herkunft
Rundstricknadel 8,0 mm

Montag, 15. August 2016

Olympia-Spurt

Mein Olympia-Tuch hat noch vor Usain Bolt den Zieleinlauf erreicht. Das Ergebnis ist zwar durchaus tragbar, befriedigt mich aber nicht völlig.


Die gute Nachricht: Die Falten bleiben auch nach dem Waschen erhalten (auf Blocken habe ich allerdings vorsichtshalber verzichtet). Aber trotz endloser Zunahmen sind sie einfach nicht "faltig" genug. (Ist ja eher selten, dass es frau nach mehr Falten verlangt ...) Um den Effekt herauszustreichen, muss man beim Stylen kräftig mit einem Pin nachhelfen.


Aber wenigstens ist meine Neugier befriedigt - ich wollte schon lange ausprobieren, ob das funktionieren kann.


Garn:

  • 200 g Schoppel-Wolle Zauberball (75% Wolle, 25% Polyamid), LL 420 m / 100 g, Farbe 1963 ('Cranberries')
  • 82 g Lana Grossa Meilenweit Merino (80% Wolle, 20% Polyamid), LL 420 m / 100 g, Farbe 2012 (schwarz)
Rundstricknadeln 3,5 mm

Mittwoch, 10. August 2016

WIP-Wrestling: Das Top zum Tuch

Habe grade festgestellt, dass fast alle meine WIPs höchstens zu einem Drittel fertig sind - die Beiträge zum WIP-Wrestling werden sich also in Grenzen halten. Aber wenigstens das angestrebte Oberteil ist fertig geworden. Weil das türkise Garn so ewig lief (ich hab nicht mal  200 g gebraucht und noch ebensoviel übrig!), ist es nun eher eine Tunika als ein Pulli geworden, aber länger ist mir eh lieber. Dafür hat der Florida-Rest nicht mehr für den kompletten Mustersatz gereicht, so dass ich in der zweiten Swing-Reihe etwas improvisieren musste.


Für die Reihen zwischen den Ovalen habe ich das Farbschema vom Soft Swing einfach umgekehrt:


Dank der komfortablen Nadelstärke (5,0 mm) ist mein zweiter RVO nun tatsächlich vor dem ersten fertig geworden (der erste verlangt Nadelstärke 3,0 - muss ich noch mehr sagen?). Die Anfangsmaschen habe ich einfach Pi mal Daumen angeschlagen und siehe da - es passt perfekt!

Die Moina strickt sich im Prinzip wunderbar (ich hatte sie Anfang des Jahres schon mal für ein Tuch verwendet), ABER: sie ist leider wahnsinnig empfindlich. Bereits bei flüchtigem Kontakt mit der Nagelhaut während des Strickens hat sie kleine Fäden gezogen. Und da ich für gewöhnlich nicht elfengleich durchs Leben schwebe, bleibt abzuwarten, wie lange das gute Stück ansehnlich bleibt.

Material:
  • 190 g Lang Moina (54% Viskose, 32% Polyamid, 14% Seide), LL 190 m / 50 g, Farbe 78
  • 80 g Lang Florida (50% Baumwolle, 50% Polyacryl), LL 80 m / 50g, Farbe 869
  • jeweils ein paar Meter ONline Candy und Lana Grossa Elastico
Rundnadeln in Stärke 4,25, 5,0 und 6,0 mm

Und nun noch das Sahnehäubchen auf meinem Tag: Die liebe Claudia aus meiner Strickrunde hat einen wunderbaren Projektbeutel für mich genäht. Schaut mal:


Ist der nicht grandios? Meine Projekte müssen ja sonst ungeschützt durch die Wohnung und in die Handtaschen kriechen. Dafür muss ich jetzt aber gleich was besonders Edles, Neues anfangen ...



Sonntag, 7. August 2016

Olympischer Begleiter

Bei Ravelry finden grade die Ravellenic Games statt. Begleitend zu dem gerade stattfindenden sportlichen Großereignis, dessen Namen man ja kaum noch nennen darf, ohne vom IOC verklagt zu werden, wird dort in mehreren Disziplinen gestrickt und gehäkelt, bis die Nadeln glühen.

Ich hatte eigentlich vor, mich nur am 'WIP-Wrestling' zu beteiligen - eine schöne Gelegenheit, den Stapel etwas zu reduzieren, angespornt von der Aussicht auf Medaillen. Allerdings fiel mir dann auf, dass das meiste Unfertige doch nicht so recht geeignet ist für die ausgiebigen Fernsehabende, die besagtes Großereignis verlangt. Deshalb "musste" ich dann doch was Neues auf die Nadeln bringen, das man möglichst ohne draufzugucken abarbeiten kann. Und damit das optisch wenigstens ein bisschen spannend wird, bot es sich natürlich an, mal wieder in die Zauberball-Kiste zu greifen:


Der Anfang ging recht zügig, aber mittlerweile wächst es nur noch zögerlich. Das könnte mich also tatsächlich bis zum Ende der Spiele beschäftigen. Und vielleicht kommt zwischendurch doch noch das ein oder andere WIP zum Zug - etwa beim Gewichtheben oder so ...

Samstag, 6. August 2016

Zeitreise IV: Ein fast schon historischer Pulli

Auf Instagram läuft grade die #siebentagekreativchallenge und ich bin aufgefordert worden, doch mal ein paar ältere Werke zu zeigen. Ich dachte mir: wenn schon, dann aber richtig alt und habe nach etwas Wühlen den zweiten Pullover gefunden, den ich jemals gestrickt habe. Seinerzeit. Weit im letzten Jahrhundert. (Irgendwann Ende der Siebziger.) Und wo er schon mal rausgekramt ist, will ich ihn Euch auch nicht vorenthalten.












Das Teil hat mich nachdrücklich daran erinnert, dass früher eben doch nicht alles besser war. Für Garn zum Beispiel trifft das garantiert nicht zu.









Die Schafwolle war damals, so weit ich mich erinnere, die einzige Option neben irgendwelchem Polyesterkram - jedenfalls wenn man in einem Bergdorf fernab von jeglicher Zivilisation aufwuchs. Sie war bloß locker versponnen, wie man auf der Rückseite noch gut erkennen kann:


Insgesamt ist das Ding unglaublich schwer und voluminös (letzteres hätte immerhin den Vorteil, dass ich immer noch reinpasse ...). Und soweit ich mich erinnere, dauerte es Tage, bis es nach dem Waschen trocken war. Aber bei den eisigen Wintern in besagtem Bergdorf hat es gute Abwehrdienste geleistet.