Morticia Addams will ihr Shirt zurück!

Das dachte ich jedenfalls, nachdem ich das jüngste Spontanprojekt angeschlagen hatte. Denn weil ich deutlich dickeres Garn verwendete, als in der Anleitung vorgesehen, gemahnte der Halsausschnitt durchaus an ein Spinnennetz. Und die schwarze Farbe tat ihr Übriges, um die Assoziation anzustoßen.


Zu dem ganz und gar außerplanmäßigen Projekt kam es, weil ich über eine Rote-Etiketten-Beute von acht Knäueln stolperte, die ich vor zwei (oder drei?) Jahren mal mitgenommen hatte. Nach dem Motto "Einen kurzärmligen schwarzen Pulli kann man immer brauchen". Das stimmt zwar, aber deutlich unterschätzt habe ich die Lust, einen ebensolchen zu stricken. Der Entschluss, das nun endlich anzugehen, fiel nach einem Blick auf die verlangte Nadelstärke. Nach all dem dünnen Zeug, das ich in letzter Zeit verstrickt habe, klangen 5,0 mm nämlich äußerst verlockend. Und entsprechend schnell rutschte das Teil auch über die Nadeln; es hat gerade einmal drei Tage gedauert.

Von der schnell gefundenen Anleitung habe ich tatsächlich nur den Halsausschnitt übernommen. Wegen der abweichenden Garnstärke (aber nicht nur deshalb) habe ich ansonsten wild drauf los improvisiert. Im Original entfallen auf die Ärmel nämlich genauso viele Maschen wie auf Vorder- und Rückenteil (nachdem die Anleitung kostenlos ist, kann ich das ja verraten). Das ergibt für den Ausschnitt selbst durchaus Sinn. Aber die Ärmel würden dann meiner Meinung nach gruselig vor sich hin flattern (beziehungsweise bei dem dicken Garn einfach abstehen). Außerdem hatte ich Bedenken, dass mein Garn etwas knapp bemessen sein könnte, denn die Lauflänge fiel mit 115 Metern pro 50 Gramm ja nicht gerade üppig aus.

Letzere Sorge erwies sich allerdings als überflüssig. Beim Abketten hatte ich schon eine Länge erreicht, die bequem auf Hüfthöhe war. Und - Entsetzen! - nach dem Waschen wuchs das Teil noch einmal um gut einen Viertelmeter! Würde also gut als Minikleid durchgehen. Ich bleibe aber züchtig und werde es mit schwarzen Leggings kombinieren.


Und, wie das Leben so spielt, gibt es dazu auch schon die passende Jacke. Die ist letztes Jahr im Zuge einer ähnlichen Restpostenverwertung entstanden.
Im fertigen Zustand ist der Spinnennetz-Effekt dann gar nicht mehr so ausgeprägt. Für eine Dinnereinladung bei der Addams Family wäre ich damit dennoch gut gerüstet ...



Garn: 
  • 395 g Lana Grossa Portofino (60% Baumwolle, 40% Polyamid), LL 115 m / 50 g, Farbe 012.
Nadelstärke: 5,0 mm
Anleitung: Gemini von Jane Richmond (kostenlos)




Kommentare

  1. Morticia Addams - das ist wirklich lustig. Die kennen wohl nur Leute bestimmter "Baujahre"... Als Longshirt mit Leggings macht sich der Spinnennetz-Ausschnitt aber gar nicht gruselig, sondern sehr schick. Dass sich das Garn beim Waschen allerdings so gedehnt hat, wäre in anderen Fällen sicherlich sehr ärgerlich geworden. Aber egal - immerhin hast du einen super Kombipartner im Schrank!
    LG
    Sandra

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    1. Ja, ich kann es nicht leugnen, ich bin alt!
      Solche "Pulli wird Kleid"-Unfälle hatte ich schon gelegentlich mal. Bei den modischen Mischgarnen kommt das schon mal vor. Zum Glück bin ich aber auch relativ groß, so dass die Leggings-Lösung immer eine Option ist.

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