Ne blaue Lagune?

Die letzten Tage habe ich die Stricknadeln fast nicht angerührt, weil ich mehr oder weniger fassungslos die nachfolgenden Kommentare zur Ravelry-Entscheidung, jeglichen Trump-Content zu verbieten, verfolgt habe. Wenn man auf Twitter unterwegs ist, hat man echt das Gefühl, jede halbe Stunde duschen zu müssen, soviel Schmutz wird da ausgekübelt. (Ich muss nicht extra erwähnen, dass ich die neuen Richtlinien befürworte, oder? Bei Beschimpfungen und Bedrohungen findet die Meinungsfreiheit nun mal ihr natürliches Ende.)

Kurz vorher ist allerdings zumindest eine Jacke fertig geworden. Von der Länge her fällt die wahrscheinlich eher in die Kategorie "Gehrock".


Das Garn hatte ich, wegen der unwiderstehlichen Farbe, schon ungefähr drei Jahre angeschmachtet. Sechs Euro für 77 Meter fand ich jedoch immer zu teuer - bei meinem Garnverbrauch muss ich für das Geld schon etwas länger was davon haben. Jetzt allerdings scheint die Produktion auszulaufen, denn ich konnte einen größeren Posten davon für annehmbare 2,50 Euro pro Knäuel erwerben.

Bereits beim Anstricken zeigte sich allerdings, warum das Zeug so lange wie Blei in den Regalen lag. Man sollte ja denken, dass sich so ein Bändchengarn problemlos verarbeiten lässt. Das hier ist allerdings so empfindlich, dass es schon Fäden zieht, wenn man mit der Nadel ganz leicht daran entlangstreift. Und wehe, man kommt auf die Idee, die Fäden abzuschneiden, dann löst sich das Gewebe in Luft auf.

Ich bin also mit meinen stumpfesten Holznadeln (da waren die von Lykke mal wieder zu was gut) und äußerster Vorsicht zu Werke gegangen. Ich wollte eigentlich eine ganz schlichte Jacke, die genauso aussieht wie die schwarze, die ich im März gemacht hatte. Weil das aber natürlich eingeschränkten Unterhaltungswert hatte, habe ich, nach dem Abteilen und Fertigstellen der Ärmel, beschlossen, im Rücken ein paar Falten einzubauen, nach dem Vorbild der Concertina.



Der matte Glanz ist ja ganz schön, die Farbe sowieso. Wie sie sich beim Tragen bewährt und ob ich stets darauf achten muss, bloß an nichts entlangzustreifen, wird man sehen, wenn es wieder rund 15 Grad kühler wird. Vorerst gibt es jedenfalls keine Tragebilder. Und nachdem nun selbst im kühlen Süden das Thermometer die 30-Grad-Marke übersprungen hat, werde ich alle angefangenen Projekte ruhen lassen und im Stash mal schnell nach den ganz, ganz dünnen Fädchen suchen ...




Garn: 900 g Lang Laguna (80% Viskose, 20% Seide), LL 77 m / 50 g, Farbe 017.
Nadelstärke: 5,0 mm

Kommentare

  1. Die jacke sieht toll aus, die Farbe sowieso.... Dass Du jetzt gerade nicht reinsteigen möchtest, ist schon klar. Aber fertig ist ja schon mal was, alles andere findet sich... Solche Bändchengarne hab ich auch noch rumzuliegen und weiß nicht, ob man die nicht etwas robuster konstruieren könnte, wenn sie schon beim Stricken Kaktusähnlichkeit zeigen, dann möchte ich nicht wissen, wie sie eine Katzen-Liebeserklärung oder ähnliches überstehen....
    Auf Twitter bin ich nicht, auf Facebook auch nicht, daran wird sich auch nichts ändern, also habe ich die Dinge im Vorfeld und Nachgang der Ravelry-Geschichte nicht verfolgen können, es muss allerdings heftig gewesen sein. Ich verstehe nicht, was die Menschen treibt, sich gegenseitig dermaßen mit Hass zu überschütten, die Anonymität und Beliebigkeit des Internets alleine kann es nicht sein. Es macht mir angst. Da lob ich mir meine dörfliche Abgeschiedenheit, der Bundeshauptslum wird mich wohl auch nicht mehr zu Gesicht bekommen.
    Komm gut durch die Glimme, mit knapp über 38° waren wir ja ganz nahe am Deutschland-Rekord. Muss man aber nicht scharf drauf sein.
    LIebe Grüße
    Regina

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    1. Ja, der Umgangston ist generell schärfer geworden. Das schwappt ja durchaus auch vom Internet ins richtige Leben. Ich hab zur Europawahl mal wieder bei Twitter reingeschaut und bin hängengeblieben. Allzulange lässt es sich da aber echt nicht aushalten.

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  2. Die Farbe ist toll! Bei manchen Qualitäten fragt man sich, was sich der Hersteller dabei gedacht hat!

    LG Monika

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