Das Leinen-Intermezzo

So, Ostern ist vorbei und mangels Kindern und sonstiger Verwandschaft blieben alle Schoko-Eier für mich. Und ohne weitere Ablenkung konnte ich den ersten Vorgeschmack auf den Sommer zu einer ausgiebigen Strickorgie auf dem Balkon nutzen. Dabei ist immerhin ein Teil fertig geworden: Der Leinen-Seiden-Pulli über dessen unverhofften Anfang ich schon berichtet hatte.


Gestrickt ist das Teilchen - wie fast immer - von oben nach unten. Für die Lochmusterränder habe ich die Linea solo verstrickt, der Rest ist die Mischung mit der Traumseide, zwecks Erschwerung des Durchblicks. Ich hab's ja nicht so mit Blau, aber hier stört es mich nicht weiter.

 
Um etwas Abwechslung für mich zu schaffen (und weil das Lochmuster dazu einlud) habe ich diesmal eine Rundpasse gestrickt. Obwohl ich eigentlich weiß, dass Pullis, die so anfangen, bei mir nicht annähernd so gut sitzen wie Raglans. Da sind oben einfach zu schnell zu viel Maschen, die man dann für einen vernünftigen Sitz wieder bändigen muss. Entsprechend habe ich dann eine Taillierung eingearbeitet (obwohl das mangels Taille nicht unbedingt erforderlich gewesen wäre).


Garn:
  • 320 g Karen Noe Design Linea (75% Leinen, 25% Baumwolle), LL 260 m / 100 g, Farbe 21
  • 87 g Atelier Zitron Traumseide (100% Maulbeerseide) LL 800 m / 100g, Farbe 114 (Herbstwind)
****

Weitaus spannender waren dann aber die Neuanfänge. Ihr erinnert Euch: da kam ja unlängst ein bisschen (!) neues Garn ins Haus. Das verlangte natürlich umgehend Beachtung. Und ich wollte ja am Streifen-KAL in der Fadenstille-Gruppe mitwirken. Eigentlich mit einem Kurzarm-Pulli, aber nun qualifiziert sich auch mein zweites begonnenes Projekt hier. Bei dem ist es allerdings gut, dass der KAL keine Deadline hat ...

Aber der Reihe nach.
Beim Pulli habe ich einfach zu den Farben gegriffen und mir über etwaige Muster keine Gedanken gemacht. Der Plan war, Farbstreifen zur mischen und zur Vorbeugung gegen Langeweile ein paar Mosaikstreifen einzubauen.


Weite Teile des Ostersonntags habe ich dann allerdings damit zugebracht, den roten Musterstreifen wieder und wieder zu ribbeln, weil einfach kein Mosaikmuster gut aussah. Schließlich habe ich mich zähneknirschend zu einem kleinen Einstrickmuster durchgerungen. Mein genereller Unwille, mit zwei Farben gleichzeitig zu arbeiten, wurde noch dadurch verstärkt, dass an diesem frühen Punkt ja auch noch linke Rückreihen fällig waren.  Und dann zeigte sich auch noch, dass die beiden Farben zusammen zu wenig Kontrast aufweisen. Das bleibt jetzt aber trotzdem so; andernfalls besteht die Gefahr, dass ich das Ding anzünde ...

Deutlich mehr Freude macht Projekt Nummer Zwo. Ein Blick in die Holst-Kiste ergab nämlich, dass ich zusätzlich zu den neu erworbenen Farbverlaufs-Päckchen von Bärbel Salet noch ein paar weitere Rottöne in ziemlich identischer Garnqualität besitze. Und die kommen jetzt alle zusammen in eine Jacke. Das Muster, das mir vorschwebt, wäre eigentlich auch ziemlich prima für ein Tuch, aber ich habe so viel von dem Garn, dass ich auf die Idee gar nicht gekommen bin. Der obere Teil ist eine Abwandlung von zweifarbigem corrugated Brioche (falls jemand weiß, ob es dafür einen Fachbegriff gibt, wäre ich für einen Hinweis sehr dankbar). Was ich hier mache, ist vom Prinzip her das Gleiche wie zweifarbiges Brioche, nur dass ich auf der Vorderseite alle Maschen rechts und auf der Rückseite entsprechend alle links abstricke. Aussehen tut das ziemlich gut, nämlich so:


Obwohl mir der optische Effekt sehr gut gefällt, ist es aber absolut ausgeschlossen, dass ich noch mehrere Kilometer in dem gleichen Muster stricke. Für den Fortgang schweben mir ein paar Querstreifen mit (Tuck-)Pünktchen drin und Zick-Zack-Streifen für den unteren Teil vor. Ob das klappt, werdet Ihr ja demnächst sehen ...




Kommentare

  1. Also Deine überwältigende Produktivität haut mich immer glatt aus den Socken! Und da denke ich, dass ich viel stricke...
    Der fertige Pulli ist wieder die Wucht. Dass Rundpassen schwer zu meistern sind, weiß man und steht dem ziemlich hilflos gegenüber, aber Deine sieht sehr gelungen aus; ein richtig schönes Sommerteilchen! Von dem Streifenpulli muss man erst mehr sehen für ein abschließendes Urteil, dafür ist das Patent-Streifendingsi einfach genial, hat etwas leicht psychedelisches, wenn man lange genug drauf starrt ;-), aber dass es Dir da nach mehr als nur farblicher Abwechslung gelüstet, verstehe ich sofort, ist ja eine enorme Fleißarbeit... Und ich weiß, dass es Dir gelingen wird, das mit anderen Müsterchen noch enorm aufzupeppen!
    Lieben Gruß
    Regina

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  2. Keine Tücher, sondern Pullis! Finde ich gut und die Rundpasse gefällt mir sehr!
    LG Monika

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