Kleinkram

In gewisser Hinsicht kann ich all die Sockenstricker ja verstehen: Man hat ein kleines, überschaubares Projekt und somit ein schnelles Erfolgserlebnis. Man kann sich schön mit Farben austoben. Und mit Mustern, solange diese kleinflächig sind. Das alles ändert trotzdem nichts an der Tatsache, dass ich mit Socken einfach nichts anfangen kann. Ich bin froh, wenn ich ein Paar Schuhe finde, in das ich mit normalen Strümpfen reinpasse. Und ich bin offenbar die einzige Frau, die nicht am Kalte-Füße-Syndrom leidet; ich brauche also eigentlich keine Socken. Außerdem sehe ich es gar nicht ein, mir viel Mühe mit etwas zu geben, das man dann nicht sehen kann. Eine Zeitlang habe ich versucht, Socken als Hausschuhersatz zu benutzen, aber dabei gehen sie viel zu schnell kaputt, was dann auch wieder ärgerlich ist, von wegen der Mühe und so ...

Mit Socken und mir wird das also nichts mehr. Aber all die genannten Vorteile treffen auch auf andere Kleinigkeiten zu: Handschuhe nämlich. Ok, die brauche ich zwar auch nicht wirklich; da ich ich ersten 20 Lebensjahre in irgendwelchen Schneelöchern verbracht habe, bin ich immer nocht recht abgehärtet. Aber die sind wenigstens dekorativ. Und noch schneller fertig als Socken, vor allem in der fingerlosen Variante.


Und außerdem sind sie hervorragend geeignet, kleine Restmengen zu verbrauchen. Und davon hatte ich noch einige übrig, von der Stückelei beim Waiting for the Sun. Eigentlich zu nichts mehr nutze, aber zu schön zum Wegwerfen:


Die kleinen Früchtchen sind ganz konventionell von unten nach oben gestrickt. Und weil das so eine kleine Fläche ist, konnte ich mich sogar mal wieder aufraffen, ein echtes zweifarbiges Einstrickmuster zu verwenden. (Obwohl ich eine ausgwiesene Liebhaberin der englischen Sprache bin, finde ich, man muss das nicht 'stranded knitting' nennen, und 'Fair Isle' sowieso nicht.) Das hat sogar richtig Spaß gemacht. Aber ich weiß genau, dass etwas Größeres, wie ein Pullover in der Technik, mich nach rund einem Drittel schrecklich nerven würde. Die Sache mit dem Lettischen Zopf habe ich zum ersten Mal ausprobiert. Das ist so einfach und dabei so hübsch anzusehen, dass der sicher noch öfter zum Einsatz kommen wird.

Bleibt eigentlich nur ein Problem: Das 'second sock syndrome' , also die Unlust, ein zweites, gleiches Teil zu stricken, gilt nicht nur für Socken, sondern auch für Handschuhe. Ein halbes Wunder, dass Nummer Zwo zeitnah fertig geworden ist. Jetzt finde ich sie aber so schön, dass ich gleich mal nachsehen werde, was die Restekiste sonst noch so hergibt ...




Garn:
  • 20 g Lang Mille Colori Baby (100% Schurwolle), LL 190 m / 50 g, Farbe 014
  • 20 g Ferner Lungauer Vielseitige (75% Schurwolle, 25% Polyamid), LL 210 m / 50 g, Farbe V5 (schwarz)
Nadelstärke: 3,0 mm


Kommentare

  1. Schön sind deine Armstulpen. Ich bezeichne diese Muster nach wie vor als Jacquard-Muster, ich denke das passt immer.
    Ich stricke auch nicht so gerne Socken, aber ich trage sie schon leidenschaftlich gerne. Ich habe es eigentlich immer gerne warm gehabt, aber in den letzten 2 Jahren friere ich total leicht. Momentan stelle ich mir erstmals vor, einen richtig dicken Pullover (vielleicht mit Mohair oder Yak) zu stricken. Bislang habe ich ja fast nur fingering verstrickt.
    LG
    Ingrid

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    1. Neulich beim Stricktreff:
      Ich: "Man muss ja echt nicht zwingend alles mit fremdsprachigen Namen bezeichnen. Kann man nicht einfach Jacqard-Muster sagen?"
      - Brüllendes Gelächter in der Runde. Aber es stimmt schon, wir sind halt eher mit den französischen Bezeichnungen aufgewachsen. Ich sage auch noch öfter Ajour anstatt Lace.
      Ich stelle fest, dass ich die dickeren Pullis fast gar nicht mehr trage, lieber was Dünneres mit einer Jacke drüber. Habe aber trotzdem gerade vorletzte Woche kuschelige Wolle gekauft, die wahrscheinlich ein Pulli werden will.
      Liebe Grüße,
      Ute

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  2. Was Dein Problem mit selbstgestrickten Socken angehst, sprichst Du mir aus dem Herzen! Ich mag sie zwar, trage sie auch zu Hause, habe aber kaum ein Paar Schuhe, in denen ich sie tragen kann. Mit Stulpen ist das etwas anderes - ich mag sie sehr gerne und habe auch viele dankbare Abnehmer dafür. - Darf ich nach dem "lettischen Zopf fragen? Er gefällt mir als Unterbrechung kleiner Muster sehr gut. - Deine Tuch-Kreationen finde ich übrigens genial, habe gerade auf Ravelry zugeschlagen und freue mich aufs Annadeln des Mosaikschals und Mottenloch-Tuchs.

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    1. Hallo Kirsten,
      schau einfach bei YouTube oder Google nach 'Latvian Braid', da gibt es Dutzende Erklärungen. Nach einer deutschen hatte ich nicht gesucht, die gibt's vielleicht auch. Im Prinzip strickt man einfach nur linke Maschen mit Farbwechsel. Den Faden der neuen Farbe legt man in einer Runde über den alten und in der nächsten Runde unter den alten (nach jeder Masche). Gehet auch andersrum (erst unter und dann über den alten Faden), dann liegt der Zopf in die andere Richtung.
      Das freut mich natürlich, dass Dir meine Tücher gefallen! Ich hoffe, ich kriege auch Bilder davon zu sehen, entweder auf Ravelry oder, wenn Du da nichts zeigen magst, gerne auch per E-Mail.
      Liebe Grüße,
      Ute

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