In alle Richtungen

Als Kind habe ich mich im Italienurlaub immer wahnsinnig gewundert, wie eine Straße in alle Richtungen führen kann. Dies und das Eis, das waren die wahren Wunder. Denn in Deutschland gab es zu der Zeit (zumindest auf dem Land) weder die schmelzende Glücksseligkeit noch diese geographische Magie. Wieso es dann noch verschiedene Richtungen für alle Richtungen geben konnte, fiel dabei eindeutig ins Reich des Metaphysischen.

Beim Stricken ist die Sache zum Glück viel einfacher. Da macht man einfach verkürzte Reihen - und schwupp ist die Strickrichtung gewechselt.


Das gegenwärtige Experiment mit verkürzten Reihen hatte einen vorhersehbaren Anlass. Ich wollte nämlich - natürlich - ein paar der neuen, handgefärbten Garne von LG ausprobieren. Ich will jetzt nicht lange über den ökologischen Wahnsinn lamentieren (das Zeug wird extra zum Färben nach Indien transportiert). Und ich erspare mir auch die Diskussion, ob diese neue Produktlinie den Handfärberinnen schadet. (Ich glaube aber nicht, denn, Hand aufs Herz, jede von kennt vermutlich ein halbes Dutzend Handfärberinnen, die hinsichtlich Farben und Material deutlich mehr zu bieten haben.)


Damit soll jetzt nichts gegen die LG-Ware gesagt sein. Da sind schon ganz hübsche Farben dabei. Die Stränge sind allesamt "variegated" (am besten wohl mit meliert zu übersetzen). Und es gibt sie auf verschiedenen Garnbasen aus dem Standardsortiment (Cool Wool, Cool Wool Big, Sockengarn, Ecopuno und Silkhair). Letzteres ist dann wohl auch der wesentliche Vorteil, denn auf die Weise lassen sich die Handgfärbten gut mit den regulär einfarbigen Garnen kombinieren.

Und genau das hatte ich auch vor, denn die Sache mit den melierten Garnen ist ja immer die: Sie sehen am Strang toll aus, aber schlucken so gut wie jegliches Muster. Da bleibt also nur, etwas mit der Form und mit Farbkombinationen herumzuspielen, wenn es nicht ganz langweilig werden soll. Wobei ich für die Kombination immer zu Farben greife, die in der melierten Variante bereits annähernd vorhanden sind.


Die erste Idee dazu ist relativ simpel: Das melierte Garn bildet die Hauptfarbe und dann gibt's einfach bei jedem Richtungswechsel Streifen in einer neuen Farbe und in unterschiedlichen Abständen. Eines der Projekte, bei denen man nur alle zwei Tage mal hinschauen muss und das sich damit wunderbar zum Serienschauen an verregneten Wochenenden eignet. (Nebenbei: Wo genau bleibt eigentlich der Sommer??)


In der Gesamtform ergibt sich dann ein leicht unregelmäßiges Dreieck. Die Idee war, dass das schön abwechslungsreich aussehen sollte, wenn's um den Hals gewickelt ist. Und das scheint auch ganz gut zu klappen. Ausführlich testen werde ich das aber erst im Herbst. Denn so unsommerlich ist es im Moment dann auch wieder nicht ...



Maße: 175 x 63 cm vor dem Waschen, 180 x 70 cm danach (nicht gespannt)

Garn:
  • insgesamt 225 g Lana Grossa Ecopuno (72% Baumwolle, 17% Schurwolle, 11% Alpaka), LL 215 m / 50 g in den Farben:
    •  136 g Asana (503, handgefärbt)
    •      9 g goldgelb (033)
    •    14 g petrol (037)
    •    66 g gelbgrün (003)
 Nadelstärke 4,5 mm




Kommentare

  1. Ein tolles Tuch! Ich bin nicht so der große Musterstricker aber solche Flächendesigns finde ich schön!
    LG Monika

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    1. Manchmal muss das einfach sein. Ist auch nicht schwieriger, als andere Kraus-Rechts-Tücher und trotzdem mal was anderes.

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  2. so simpel und schön....für die, die immer etwas zwischen den Fingern haben müssen und nicht viel denken wollen.
    Die Schilder mit Strassennamen die in beide Richtungen gehen, finde ich toll,
    für lange Strassen und nicht jeder Abschnitt der gleichen Strasse, unterschiedlicher Name.
    Beste Grüße
    Ira

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    1. Ja, das stimmt. Manchmal will man einfach nicht ständig aufpassen, was man da macht.

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