Heute mal ganz farblos

Es ist ja nicht so, dass ich auf die Teile, die ich Anfang des Monats als laufende Projekte angeführt hatte, keine Lust mehr habe. Aber wie so oft, tummeln sich Mitte des Monats plötzlich trotzdem ganz andere Dinge auf den Nadeln. Diesmal ist das aber nicht in erster Linie meiner Sprunghaftigkeit geschuldet (die sich im Übrigen tatsächlich nur beim Stricken manifestiert). Sondern einem überaus glücklichen Zufall. Zur Erklärung hole ich mal wieder ein bisschen aus.

Rückblende:

Letzten März, an einem typischen Einmummelwochenende, habe ich dieses schöne Schwarz-Weiß-Projekt angeschlagen und mehr oder weniger planlos einfach drauflosgestrickt, mit Garn, welches ein Restposten aus einer Geschäftsaufgabe war. (An dieser Stelle könnt Ihr Euch schon mal unheilschwangere Geigenmusik dazudenken ...)


Dem geschulten Auge offenbart sich vermutlich hier schon, dass das ein von Seite zu Seite gestricktes Tuch werden sollte, mit Zunahmen am Rand und Abnahmen in der Mitte. In der zweiten Hälfte wird auf einer Seite auf die Zunahmen verzichtet, so dass sich insgesamt ein (sehr) langgezogenes Dreieck ergibt. (Die unheilschwangeren Geigen klagen hier schon etwas lauter ...) Aufgelockert habe ich das Ganze immer mal wieder mit ein paar eingestreuten Mosaik- oder Tuckmustern. An besagtem Wochenende habe ich ohne Plan munter drauflosgestrickt und mich daran erfreut, dass sich die Wolle trotz des hohen Kunststoffanteils so schön winterlich-kuschelig anfühlt. Vor lauter Begeisterung habe ich dann auch völlig verdrängt, dass, wenn man mit den Abnahmen beginnt, zwar optisch etwa die Hälfte erreicht ist, man für den Rest aber noch etwa doppelt so viel Garn benötigt. (Das unheilschwangere Geigenmotiv steigert sich in einem furiosen Crescendo!)

Nachdem ich das zweite (und letzte) Knäuel schon angefangen hatte, blieben mir also nur zwei Möglichkeiten: entweder das Internet nach Bezugsquellen zu durchforsten (keine Lust!) oder im zweiten Teil deutlich mehr mit reinem Schwarz und Weiß zu arbeiten, was etwas Nachdenken und Planung erfordert hätte (keine Lust!). Folgerichtig entschied ich mich für die allen StrickerInnen wohlvertraute Möglichkeit Nr. 3 und verstaute das Ding erst einmal in irgendeiner Ecke. Dass dann nahezu zeitgleich im April plötzlich der Sommer ausbrach, hat den Trennungsschmerz sehr reduziert.

Vorletzte Woche entdeckte ich in einer Ecke des Haus-und-Hof-Strickladens dann plötzlich einen frisch hinzugekommenen Restposten vom schwarzweißen Streifengarn und schnappte mir natürlich sofort ein Knäuel. (Hier setzt nun eine fröhlich-beschwingte Flöte ein ...) Als ich das halbfertige Tuch aus seinem dunklen Versteck geholt hatte, stellte sich heraus, dass es auch prima zum aktuellen Ausblick vom Balkon passte:


Und dann ging's mit frischem Elan ganz schnell mit der Fertigstellung (Triumphierende Trompetenfanfare):


 Mit dem Ergebnis bin ich nicht unzufrieden. Die kleinen Muster machen sich in schwarz-weiß einfach gut. Allerdings würde ich gern noch einen zweiten Versuch starten, mit einem etwas weniger unruhigen Farbverlauf in den Zwischenräumen. Und wie es der Zufall (bzw. das maßlose Kaufverhalten) so will: Im Stash gibt es noch zwei schwarz-weiße Zauberbälle, die dafür wie geschaffen wären. Könnte also sein, dass demnächst hier noch mehr Farbloses zu sehen ist ...



... aber nicht nur. Zum Ausgleich habe ich schon mal dieses hier angeschlagen:



Maße: 260 x 80 cm vor dem Waschen und Spannen, 285 x 90 cm danach

Garn:
  • 260 g Lang Tosca Light Luxe (50% Schurwolle, 48% Polyacryl, 2% Polyester), LL 400 m / 100 g, Farbe 004.
  • 40 g Ferner Lungauer Vielseitige 210 (75% Wolle, 25% Polyamid), LL 210 m / 50 g, Farbe V5 (schwarz) 
  • 45 g Ferner Lungauer Vielseitige 210 (75% Wolle, 25% Polyamid), LL 210 m / 50 g, Farbe V33 (weiß)
  • 35 g Lana Grossa Divino (75% Baumwolle, 25% Viskose), LL 110 m / 50 g, Farbe 006 (silbergrau)
Nadelstärke 4,0 mm












Kommentare

  1. Und jetzt gibt es noch einen Tusch obendrauf. Mir gefällt deine Srauflosstrickerei sehr gut! Also auf ein Neues ...trommelwirbel ...

    Gruß Marion

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    1. Den zweiten Anlauf wird es bestimmt geben. Aber jetzt muss ich mich erst mal mit ein paar kräftigen Farben erholen ...

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  2. also mir gefällt diese schwarz weiß Version hervorragend. (Vielleicht ein kleiner kräftig grün oder roter Akzent.....) Und dein Klangbild dazu hat mich gerade sehr amüsiert.

    LG

    Sylvia

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    1. Tatsächlich habe ich lange mit Rot geliebäugelt, dann aber beschlossen, zur Abwechslung mal alle Farben wegzulassen. Hauptsächlich, weil mir noch ein anderes schwarz-weiß-rotes Projekt im Kopf rumschwirrte, von dem ich aber nicht weiß, ob ich es jemals verwirkliche.

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  3. Völlig ungewohnte (Un)Farbigkeit bei Dir, aber ich finde das Tuch einfach nur schön. Durch das Fehlen von Farbe finde ich auch die etwas unruhigen Verläufe nett, sie wirken einfach dazugehörig - jedenfalls aus der relativen Ferne betrachtet. Es freut mich auch, dass Dir der spontane Wiederholungsreflex nach einem gelungenen Projekt nicht fremd ist; ich muss mich gerade schwer beherrschen, um nicht gleich noch einen Marledmania nachzuschieben ;-) Jedenfalls - Tusch auf Dein Tuch!
    LIebe Grüße
    Regina

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  4. Toller Bericht wieder einmal! Sehr schön zu lesen! Das Tuch gefällt mir sehr gut, vor allem, da ich selbst viele einfarbige Kleidungsstücke habe. Das würde gut passen. Vll versuche ich es auch einmal mit dem Muster. L.G.

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  5. Die schwarz-weiß Muster wirken erstaunlich lebhaft. Und beim Lied "ich habe nicht die passende Wolle und lege das Teil erstmal weg" kann ich im Chor mitsingen.

    Viele Grüße
    Michaela von LanArta

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  6. Hier schreibe ich nur Belangloses, weil ich die Kommentarfunktion teste, die funktioniert nicht immer, und ich will wissen, warum.

    Einfach weglesen, bitte.

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