Farbflash

Es ist ja - zumindest für mich - noch etwas früh im Jahr für Lacestrickerei. Aber so ein paar Löcher können ja nicht schaden. Ich hatte ja bereits erzählt, dass das anhaltende Dauergrau mich dazu bewog, etwas mit der knalligsten Farbe im Stash anzuschlagen. Und dabei fiel die Wahl auf zwei Stränge Ferner Lace in poppigem Rot/Pink/Orange.


Da der Anschlagsdrang so groß war, habe ich mir über ein Muster nicht allzuviele Gedanken gemacht und mit der groben Idee von sich verbreiternden Zickzackstreifen einfach losgelegt. Kompliziertere Lochmuster hätten sich mit dem melierten Garn ohnehin nicht vertragen. Der therapeutische Effekt stellte sich auch sofort ein: Die Farbe macht einfach gute Laune. Und das Ferner Garn ist ebenfalls ein ungetrübtes Vergnügen auf der Nadel. Ich habe davon noch einige einfarbige Exemplare im Stash; vieleicht aktiviere ich die gleich mal und schlage ein offizielles Frühlingstuch an für den Frühlings-KAL bei der Fadenstille.



Was ich zwar weiß, aber immer wieder unterschätze, ist die immense Garnmenge, die so eine Spitzenkante schluckt. Kalkuliert hatte ich 40 Gramm, aber die reichten nicht aus. Prompt war das Garn dann auch fünfeinhalb Reihen vor der Ziellinie zu Ende. Ich habe dann den Rest mit passenden Rotschattierungen aus dem Stash aufgefüllt; die letzten beiden Reihen wollte ich ohnehin einfarbig stricken. Selbst wenn man's weiß, fällt das Flickwerk an der Stelle nicht auf.



Die Spitzenkante dauerte dann auch mehr oder weniger das ganze Wochenende, abzuketten waren schließlich 931 Maschen. Wie immer bei mir wurde das Teil dann auch sofort gewaschen und kam auf die Spannmatte. Echt, ich würde ja viel mehr Yoga machen, wenn der Platz nicht dauernd belegt wäre ...

 Wegen der recht großen Nadeln (4,0 mm) wuchs das Prachtstück weitaus stärker als gedacht (in der Länge um satte 80 Zentimeter!) Ich erwäge nun, das Fenser damit zu verhängen. Weniger, um im Innern eine Rotlichtatmosphäre zu schaffen, vielmehr um das meteorologische Grauen draußen dauerhaft auszublenden ...



Maße: 180 x 57 cm (vor dem Waschen und Spannen); danach 260 x 80 cm
Garn:
  • 200 g Ferner Lace handgefärbt, (100% Wolle superwash), LL 500 m / 100 g, Farbe H 53
  • 23 g diverse andere Garne, um die Spitze fertigzustellen ...
Nadelstärke 4,0 mm
Anleitung: Parallelslalom



Kommentare

  1. Der Größenzuwachs ist ja phänomenal und nicht vorherzusehen. Da ist die Idee der Fensterdekoration gar nicht so abwegig... Von den Dimensionen abgesehen, ist Dir wieder ein sehr schönes Tuch gelungen, dem man auch ansieht, dass viiiele Stunden Strickzeit drin stecken... Mehr Begeisterung kann ich leider nicht aufbringen, da die Farbe mich völlig verstört ;-))) Aber die Materialwahl hat mir ein großes aktuelles Strickproblem gelöst, wenn das nichts ist!
    Liebe Grüße aus der Sonne
    Regina

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  2. Sonne?? Welche Sonne?? Hier immer noch Eiszeit.
    Ich bin ja auch groß, deshalb können mir die Tücher gar nicht groß genug sein.
    Dass die Farbe nicht die Deine ist, war mir schon klar. Ich finde sie super. Die Stränge haben mich letztes Jahr bei den Stricktreffen monatelang angestrahlt, bis ich endlich zugeschlagen habe. Und jetzt waren sie genau die richtige Medizin!

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    1. Hihi, da war das ja so eine Art therapeutische Zwangsadoption ;-) Ist ja auch in Ordnung, wenn sie ein schönes Zuhause gefunden haben!
      Ja, seit gestern haben wir Sonne satt, aber es ist noch immer lausig kalt, wenigstens der Sturm aus Sibirien hat aber endlich nachgelassen. Was ein blöder Mistwetter-Winter!

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  3. Das ist ein tolles Tuch und die Farbe macht sofort gute Laune.

    LG

    Sylvia

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    1. Danke. Das mit der Laune funktioniert tatsächlich. Jedenfalls solange man bei den Nachrichten nicht zu genau zuhört.

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  4. Wow, das ist wirklich ein tolles Projekt in einer HAMMER-Farbe! Ich hab's nicht so mit Lace im Moment, also selber stricken, tragen würde ich es schon. Aber was in Pünk muss ich ganz bald anschlagen - gerade wenn es draußen so grau is! Danke fürs Zeigen!

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