Hip to be square

 Rechtzeitig zum vorhersehbaren Kälteeinbruch im Januar ist das erste Projekt des Jahres fertig geworden. Ich hatte ja angekündigt, dass mich das frisch erworbene Regenbogen-Set zu sofortiger Aktion nötigt.

 

Bei MunichKnits hatte ich ja noch mal die (annähernd) gleiche Garnlänge in einer neutralen Nicht-Farbe dazugekauft, weil ich gleich wusste, dass die knallige Kombi etwas abgeschwächt werden musste. Und was bietet sich da mehr an als Brioche? Das habe ich ohnehin viel zu lange vernachlässigt.

Aber bei der Garnmenge war auch klar: Das wird ein Riesending. Ein richtig breiter Wrap. Und lang sowieso. Wenn das kein Halbjahresprojekt werden sollte, durfte das Muster  nicht allzu kompliziert sein. Lieber etwas, das unkompliziert nebenbei wächst. Das Farbspektakel würde sowieso von allzu detaillierten Mustern ablenken. Dann erinnerte ich mich an meine verschiedenen Verbindungen von Brioche und Doubleface, die alle - wie kann das sein?? - schon rund sieben Jahre zurückliegen. Jetzt brauchte ich nur noch eine geometrische Form, die ebenso simpel ist, um fortwährendes Zählen zu vermeiden.

Und was könnte simpler sein als Quadrate. Die habe ich in regelmäßigen Abständen eingestreut, mit Passagen in purem Brioche dazwischen. Das hätte langweilig werden können, aber die vielen Farbwechsel sorgten für die Abwechslung. Die Idee ist so naheliegend, dass ich mir nicht sicher bin, ob Ähnliches schon irgendwo als Anleitung existiert. (Aber seit gewisse Designerinnen sich nicht scheuen, ein schlichtes, kraus rechts gestricktes kleines Dreiecksding erfolgreich als letzten Schrei zu verkaufen, mache ich mir um Originalität auch keine Sorgen mehr.)

Da ich am Anfang eines Strickstücks immer in regelmäßigen Abständen die Waage konsultiere, stellte sich schnell heraus, dass entweder etwas mit den Angaben der Lauflänge nicht stimmte, oder eine Art dunkle Magie im Spiel war. Denn obwohl das bunte Garn eine geringere Lauflänge aufweisen sollte (300m/100g), blieb bei gleicher Strickstrecke deutlich mehr davon übrig. Von jedem Strang zwischen fünf und acht Gramm, und einen Strang habe ich letztlich gar nicht gebraucht.

 

Ich entschied mich dann für Farbwechsel in gleichmäßigen Abständen und habe so lange gestrickt, bis das helle Garn komplett verbraucht war. Das Endergebnis hat die stolzen Maße von 70 x 240 cm. Vor dem Waschen und Spannen, denn letzteres würde aktuell einfach zu viel Platz wegnehmen. Vielleicht lasse ich das auch vorerst ganz bleiben, denn das Teil ist ja wirklich groß genug. Und so warm, dass ich letzte Woche fast ins Schwitzen gekommen wäre, als ich es bei -8 Grad auf dem Weg zum Einkaufen umhatte.


Verschiedene Tragevarianten muss ich demnächst noch ausprobieren. Aber aktuell fehlt sowieso das Tageslicht für gute Fotos. Was man mit dem Ungetüm alles anfangen kann, bleibt also vorerst Eurer Phantasie überlassen.

 

Vielleicht probiere ich das Prinzip auch noch ein weiteres Mal aus, für einen schmaleren Schal. Dafür müsste ich allerdings die Abstände neu berechnen. Aber ich habe hier schon seit ewigen Zeiten so einen blöden Zauberball herumliegen, mit dem ich ablolut nichts anfangen kann. Der könnte als Versuchskaninchen dienen.
 

 

Garn:

  • 155 g Locoporella Suri Silk Cloud (74% Alpaka, 26% Seide), LL 720 m / 240 g (12 x 60 m), Farbe: Herbst Spektrum Set
  • 100 g Lakshmis Dreams Baby Yak Cloud Lace (42% Baby Alpaka, 35% Seide, 13% Wolle, 10% Yak), LL 400 m / 50 g, Farbe Yak 

Nadelstärke: 4,5 mm 

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