Zeitreise III: Herbstvariationen

Mit den aktuellen Projekten geht's im Moment nicht ganz so zügig voran. Aber bei dem Wetter muss ich schon mal etwas tiefer im Kleiderschrank wühlen. Und ganz, ganz tief kamen da zwei alte Herbstimpressionen zum Vorschein, die ich fast schon vergessen hatte.


Dieses Prachtstück trage ich eigentlich immer noch ganz gerne, obwohl er schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Das Bemerkenswerte daran ist, dass er zu einer Zeit entstand, als es noch keine Farbverlaufsgarne gab. Im Prinzip besteht er aus lauter Resten. Und ich gestehe, dass immer noch nicht alle Fäden vernäht sind... Ich kann echt nicht fassen, dass ich damals den Nerv hatte, die exakte Farbreihenfolge auch noch bei den Ärmeln zu wiederholen, obwohl ja jede Farbe nur über ein oder zwei Reihen geht. Ich glaube, derart detailbesessen bin ich heute nicht mehr. Und zum Glück gibt's ja mittlerweile jede Menge schöner Wolle, die einem diese Arbeit abnimmt...

Modell Nr. 2 ist allerdings definitiv nicht mehr mein Stil. Applikationen? Also echt nicht! Aber die Idee, Noppen als Weintrauben anzuordnen fand ich damals wahnsinnig originell (die Trauben wurden mitgestrickt, die Blätter und Stiele später draufgenäht). Und wer weiß? Wenn ich den Pulli nochmal für ein, zwei Jahrzehnte vergrabe, komme ich vielleicht wieder auf den Geschmack.


Wie sieht's denn bei Euch aus? Könnt Ihr Euch von den alten Meisterwerken trennen, wenn sie den modischen Zenit überschritten haben?


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