Freitag, 21. Oktober 2016

Goldener Oktober


Das goldene lässt der Oktober hier zwar noch ein wenig vermissen, aber seit heute kann ich da selber Abhilfe schaffen. Das Baumwollgarn ist zwar nicht unbedingt erste Wahl für die Jahreszeit, aber ich musste es neulich im Ausverkauf unbedingt aus seinem Mauerblümchendasein befreien. Und die Farben schreien ja wohl eindeutig "Herbst!!".


Es stand von vorneherein fest, dass daraus eine Jacke werden sollte. Und vor meinem geistigen Auge manifestierte sich auch gleich die gewünschte Form: lang, locker und mit Schalkragen. Ich hab' dann einfach mal losgelegt und, ganz wagemutig, nicht mal den RVO-Rechner zu Rate gezogen.



Gerade für Jacken freunde ich mich mehr und mehr mit der Raglan-von-oben-Technik an. Zusätzlich zum Hauptvorteil (kein Zusammennähen!) funktioniert die psychologische Selbstüberlistung nämlich ganz hervorragend. Normalerweise ist das mit Jacken und mir nämlich so: Ich stricke mit Feuereifer das Rückenteil und das erste Vorderteil und bin dann schon bei dem Gedanken, das gleiche nochmal (bevorzugt seitenverkehrt) stricken zu müssen, endlos angeödet. Und dann auch noch die Ärmel ... Aber dadurch, dass hier alles in einem Stück gestrickt wird, geht es gefühlt schneller und es stellt sich kein Überdruss ein. Und weil man zwischendurch auch schon probeweise reinschlüpfen kann, gib es auch keine unliebsamen Überraschungen, was die Passform anbelangt.


Ein bisschen Näharbeit habe ich dann aber doch noch auf mich genommen: Ich habe noch ein Paar Taschen dranmontiert. Kann man ja immer brauchen.



Garn:
  • 700 g Lana Grossa Felice ( 50g Baumwolle, 50% Polyacryl), LL 105 m / 50g, Farbe 012
Nadelstärke 4,5 mm


Kommentare:

  1. Die Jacke sieht sensationell aus - so eine hätte ich auch gerne. Hast du einen Tipp, wie ich eine RVO Jacke mit so einem tollen Schalkragen hinbekommen kann. Gibt es vielleicht einen Link, den du empfiehlst oder hast du dir gar alles alleine ausgerechnet?
    Jedenfalls ist dir ein fabelhaftes Modell gelungen.

    Herbstliche Grüße
    Knitgudi

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    1. Danke, ich bin auch zufrieden! Ich hab eigentlich gar nicht gerechnet, sondern nur so Pi mal Daumen angeschlagen. Gelegentlich lebe ich gern gefährlich ;). Es gibt aber einen guten RVO-Rechner: http://www.raglanvonoben.de/rechner.html.
      Für den Schalkragen habe ich nicht aus jeder Masche am Rand eine Masche aufgenommen, sondern 5 aus 7 (aus 3 Randmaschen je eine aufnehmen, eine Randmasche überspringen, aus 2 Randmaschen je eine aufnehmen, eine Randmasche überspringen und das Ganze immer wiederholen). Und ich hatte keine richtigen Randmaschen gestrickt, sondern jede Masche einfach rechts (bzw. in der Rückreihe links). Das hat sich für mich als gutes Verhältnis erwiesen, auch für nachträglich angestrickte Knopfleisten.

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  2. Oh ja, mein Neid schleicht dir nach! Das sieht einfach nur großartig aus!

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  3. Ein ganz tolles Teil, liebe Ute, und einfach so aus dem Hut gezaubert! Respekt! Deine Argumente, die Jacke von oben zu stricken, sind sehr überzeugend. Vor allem kann man zwischendurch immer mal gucken, ob alles passt. Allerdings habe ich einen kleinen Einwand. Wenn man mit dünnem Garn strickt, können die Reihen endlos werden. Das habe ich bei einer Jacke aus Felted Tweed gemerkt :-( Deine Jacke ist jedenfalls klasse mit dem Schalkragen und den aufgesetzen Taschen.
    Liebe Grüße
    Anneli

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    1. Liebe Anneli,
      da hast Du natürlich recht. Allerdings habe ich mich, seitdem ich Tücher stricke, an Endlosreihen gewöhnt und finde sie nicht mehr ganz so abschreckend. Ich muss allerdings zugeben, dass in irgendeiner Tasche auch seit Monaten ein angefangenes T-Shirt (mit 3er Nadeln und entsprechender Maschenzahl) liegt, das mich schon anödet, wenn ich nur daran denke ...
      Liebe Grüße,
      Ute

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  4. Großartig! Wieder so ein rundherum gelungenes Superteilchen! All Deine Argumente für RVO kann ich hundertprozentig nachvollziehen, denn ich bin sicher, eine Strickjacke in Teilen hätte bei mir nie die Chance, das "Licht der Welt" als fertiges Stück zu erblicken. Außerdem bist Du wieder mal Ideengeber; seit ewigen Zeiten lungert bei mir ein ganz ähnliches (geribbeltes) BW-Mischgarn im Regal herum, aus dem ich nun einen Juneberry-Cardi machen werde, der fast genau Deiner Konstruktion entspricht...
    Ich wünsch Dir weiter so gelungene Erfolge beim Stash-Abbau!
    Liebe Grüße aus dem verregneten Harz-Urlaub
    Regina

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    1. Oh je, Du Arme! Ich hoffe, Du hast genügend Strickzeug eingepackt, um das Harz-Wetter zur Not ignorieren zu können.
      Bei mir haben solche Garne auch oft die Tendenz, sich dauerhaft einzunisten. Deshalb bin ich umso froher, dass mir für dieses gleich zügig was eingefallen ist.
      Nachdem ich meinen Stash neulich wieder heftig vergrößert habe, ist jetzt wirklich verstärkter Abbau angesagt.

      Liebe Grüße,
      Ute

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    2. Danke für Dein Mitgefühl, ja, ich hatte reichlich Fadenkram dabei ;-) Heute bin ich nach Hause gekommen und hier strahlt die Sonne, irgendwie fies. Trotzdem war es aber ein schöner Urlaub mit bester Freundin, der sogar Gelegenheit bot, den Stash gewaltig aufzubauen, nicht dass man irgendwann vor einem leeren Wollregal sitzt - grauenhafte Vorstellung....
      Einen schönen Restsonntag für Dich!
      Liebe Grüße
      Regina

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    3. Wollregal? Singular? Das wage ich doch schwer zu bezweifeln, meine Liebe ...

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    4. Hihi, ja, war ein Ausrutscher, sorry. Muss heißen (ohne Garantie auf Vollständigkeit, jedoch habe ich meinen ehemals 95-Kilo Stash doch enorm reduziert): Großes Wollregal, grooße Wollschubladen, kleine Wollschränke, zwölfzig große Restetüten, zwei Ausweichlagerstätten im Bettkasten....
      Besser? Und Du erkennst Dich wieder? Aber anscheinend bist Du derzeit konsequenter im Stash-Abbau; sei es auch nur, um Platz für neue Schätze zu schaffen *ggg*.

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    5. Jaaa, das klingt schon deutlich plausibler. Und so ähnlich wie bei mir, vor allem die Sache mit den Restetüten. Gewogen habe ich den ganzen Kram allerdings noch nie, so viel Konfrontation mit der Realität würde ich nicht verkraften!

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  5. Die sieht toll aus! Ich liebe es inzwischen in einem Stück zu stricken.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  6. Sehr chic und ich finde auch, dass es einfacher ist mit Raglan eine gute Passform zu erreichen!
    LG Monika

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  7. Die Jacke ist klasse. Und so schnell fertig.
    Ich stricke auch gerade eine Jacke von oben. Bin nun unterm Armloch und überlege, wie ich die Zunahmen nach unten am Besten mache.
    Hast Du auch zugenommen oder gerade ohne Zunahme nach unten gestrickt?
    Bin da jetzt ganz unschlüssig.
    Ich liebe Deine Tücher, ein jedes wunderschön.
    Liebe Grüße
    Rita

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    1. Hallo Rita,

      ich habe beim Schließen des Armlochs 10 Maschen zugenommen und dann nur an den vorderen Kanten in jeder 10. Reihe je eine Masche auf jeder Seite, damit der Schalkragen auch schön fällt. Ich könnte mir aber auch gut eine ausgeprägtere A-Linie vorstellen, ich hatte bei mir bloß Bedenken, dass die Wolle nicht reichen könnte.

      Danke für das Tücher-Kompliment - das ist eine wirklich spät entdeckte Leidenschaft von mir.

      Liebe Grüße,
      Ute

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  8. Liebe Ute,
    nun bin ich auch hier gelandet,ich habe schon einige bekannte liebgewonnene "Gesichter"bei Dir entdeckt.
    Die Jacke ist perfekt,vor allen Dingen,weil man sich die Knöpfe sparen kann.Gibt es auch eine Anleitung vor Dir?
    Herzliche Grüße,Sabine:-)

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    1. Hallo Sabine und herzlich willkommen,
      nein, zur Jacke gibt's keine Anleitung. Für Anleitungen zu Kleidungsstücken müsste ich ja endlos rumrechnen, wegen der verschiedenen Größen, das erspare ich mir. Außerdem ist es zwischendurch auch mal sehr angenehm, einfach drauflos zu stricken, ohne sich nebenbei ständig Notizen machen zu müssen.
      Ich mag so Hängejacken ohne Knöpfe eigentlich lieber. Allerdings habe ich neulich auf dem Wollmarkt eine ganze Menge toller Knöpfe gekauft, für deren Einsatz ich mir jetzt was überlegen muss ...

      Liebe Grüße,
      Ute

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