Dienstag, 31. Mai 2016

Marrakesh Express

Häkeln hat ja durchaus entscheidende Vorteile: Man sieht ruckzuck Fortschritte (jedenfalls wenn man komplizierte Muster vermeidet). Vorder- und Rückseite sehen gleich gut aus, so dass man sich Stylingverrenkungen erspart. Das lästige Spannen entfällt. Und die Garnvorräte werden deutlich schneller als beim Stricken reduziert. Für das Luftmaschenwunder habe ich grade mal eine Woche gebraucht.



Was ich nicht bedacht habe: Natürlich dehnt sich das nach dem Waschen noch stärker als Gestricktes, so dass das Endprodukt wiederum eher Poncho-Ausmaße hat. Macht aber nix, das erweitert nur die Wickel-Optionen.


Jetzt fehlen nur noch die geeigneten Temperaturen, damit ich das Teil ausführen kann, ohne mir Frostbeulen zu holen ...

In der Zwischenzeit kann ich wenigstens mal was Gehäkeltes zu HäkelLine schcken ....




Maße: 220 x 95 cm

Garn:

  • Drops Cotton Viscose (54% Baumwolle, 46% Viskose) LL 110 m / 50 g. Je 100 g in rot, rost, und pink, 150 g in bordeaux.
Häkelnadel 3,5 mm

Freitag, 27. Mai 2016

Vergebliche Liebesmüh



Die Anleitung für den Quadri hatte ich schon vor Urzeiten gekauft, aus reiner Neugier, weil ich mir nicht erklären konnte, wie die kleinen Quadrate in den Schal kommen. Des Rätsels Lösung ist mehr als einfach und lautet: Navajo-Technik. Im Prinzip häkelt man sich da einfach über eine kurze Strecke mit den Fingern große Luftmaschen, die man dann verstrickt. Auf die Weise macht man aus einem Faden drei.

Zu besichtigen hier:


Das Ergebnis finde ich allerdings eher unbefriedigend. Die Quadrate sieht man allenfalls, wenn man das Teil gegen das Licht hält. Nun kommt man ja nur selten in die Verlegenheit, einen Schal mit ausgestreckten Armen über dem Kopf zu tragen (und wenn, dann müsste da schon 'FC Bayern' draufstehen). So ist es einfach ein schlichter Leinen-/Seidenschal, aus dem wunderbaren Garn von Dibadu (Funnies - Seda de Campo Lace, 65% Seide, 35% Leinen, LL 800 m / 100 g, Farbe 'Gebrannte Erde'; Verbrauch: 94 g). Zum Glück habe ich davon noch einen Strang in einer anderen Farbe - daraus mache ich was Schöneres.

Dienstag, 24. Mai 2016

Ich seh' rot ...

Das wird wieder so ein Monat, in dem ich definitiv mehr anfange als fertig mache! Da ich mit der Verteilung der Zunahmen beim gelben 'Sonnenstrahl' nicht ganz zufrieden war, habe ich noch einen zweiten Versuch gestartet. Diesmal in der Farbe 'Heißes Eisen' die ich schon zu Hause hatte. Und weil da noch nicht genug Rottöne drin sind, als Kontrast Orange...



Und am Sonntag überkam mich plötzlich das unwiderstehliche Verlangen, mal wieder was zu häkeln. Vielleicht weil das schöne Wetter den Wunsch nach etwas besonders Luftigem (=Luftmaschen!) hervorrief. Und außerdem hilft Häkeln ja ungemein beim schnelleren Stash-Abbau. Zufällig waren auch hier jede Menge Rottöne vorrätig. Das hat den Vorteil, dass ich die WIPs auch bei nunmehr mehr als düsterem Wetter leicht wiederfinde.

Sonntag, 15. Mai 2016

Ein kleiner Sonnenstrahl gegen die Eisheiligen ...

Wird ja höchste Zeit, zu dünneren Garnen zu greifen, schließlich kann das mit dem Sommer jetzt wirklich nicht mehr lange dauern, oder? Und wie es das Schicksal so will, gibt es seit kurzem Zauberbälle gleich bei mir um die Ecke. Nur für den Fall dass die Verlockungen vorher noch nicht groß genug waren ...
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Da musste natürlich gleich ein Lace-Ball in der Farbe "Licht im Schacht" ins Einkaufskörbchen.


Der war wirklich dringend nötig. Ich habe da nämlich dieses wild gemusterte Sommerkleid im Schrank, zu dem es noch gar kein farblich passendes Tuch gab. Das sollte sich ändern!


Lace-Garn heißt aber nicht automatisch, dass ich mich mit kleinen Nadelstärken abplagen will! Nadelstärke 4,0 war von vorneherein beschlossene Sache. Die helle Farbe sollte durch ein möglichst transparentes Erscheinungsbild noch unterstrichen werden.

Ich wollte, dass sich der Farbverlauf möglichst gleichmäßig über die Tuchfläche verteilt. Und da das Kleid optisch schon unruhig genug ist, musste ich mir auch nicht lang den Kopf wegen eines Musters zerbrechen - es war wieder einmal glatt rechts angesagt. Damit's beim Stricken trotzdem halbwegs interessant blieb, beschloss ich, mal ganz was Neues zu probieren und in der Mitte anzufangen. Ach ja, und mir schwebte ein asymmetrisches Dreieck vor, mit einer kurzen und zwei unterschiedlich langen Seiten.


Das Gefummel mit dem Nadelspiel war ich vom 'Linientreu' ja schon gewohnt. Ich habe aber so schnell wie möglich zur Rundnadel gewechselt und mich mit Magic Loops durchgeschlagen, bis genügend Maschen auf der Nadel waren.




Das Stricken an sich ging ganz problemlos. Allerdings war es ein ziemliches Ratespiel, auszutüfteln wo wie viele Zunahmen gemacht werden sollten, um das gewünschte asymmetrische Ergebnis zu erreichen (und gleichzeitig Beulen und Falten im Strickwerk zu vermeiden). Dabei war ich auch nicht gänzlich erfolgreich - ich hätte mir die kurze Seite im Verhältnis etwas kürzer gewünscht.



Das Ergebnis ist aber nur stricktechnisch etwas unbefriedigend. Wenn das Ding drapiert ist, sieht man das ohnehin nicht und mit der Trageoptik bin ich voll zufrieden. Es ist genauso luftig und transparent geworden, wie ich mir das vorgestellt hatte.







Mit etwas gutem Willen könnte man - wie bei Strudelteig - sogar die Zeitung darunter lesen. Was allerdings in beiden Fällen eine recht unpraktische Lektürevariante ist ...





Garn:

  • 100 g Schoppel Laceball 100, (100% Wolle), LL 800 m / 100 g, Farbe 'Licht im Schacht'
  • 48 g Lana Grossa Lace Merino (100% Schurwolle), LL 400 m / 50 g, Farbe 0048
Nadelstärke 4,0 mm

Und die Anleitung gibt's hier.

Freitag, 13. Mai 2016

Altlast


Ausnahmsweise mal kein Tuch! Sondern ein Top, das ich schon letzten Sommer angefangen habe. Und das dann wegen akuter Langeweile ewig liegen blieb.

Ich war zwar (und bin immer noch) völlig hingerissen von dem Garn, aber die Rechtsstrickerei in der Runde betreibe ich nur, wenn ich gar nichts anderes zu tun habe. Was ja kaum vorkommt.

Ein Muster wäre bei dem Garn allerdings nicht angebracht gewesen - die Farbspiele kommen so am besten zur Geltung.




So ab zwei Dritteln kam dann allerdings doch beträchtliche Spannung auf: Es war nämlich fraglich, ob die zwei Stränge reichen würden. Nachordern war nicht ohne weiteres möglich, denn einerseits hat die Färberin die Qualität nicht immer auf Lager und andererseits fällen diese individuellen Stränge ja immer etwas unterschiedlich aus.

Aber es ist ja alles gut gegangen. Das Teil hätte zwar gern eine Spur länger sein dürfen, aber es passt wie vorgesehen.

GarnCoonies Wolle, 2 Stränge Meereshund (100% Maulbeerseide 4 ply), LL 400 m / 100 g

Nadeln: 3,0 mm

Sonntag, 1. Mai 2016

Auf den Nadeln im ... Hilfe! Schon Mai!


Spätestens, wenn keine Nadel mehr verfügbar ist, sollte frau ja mal in sich gehen und ihren Geisteszustand hinterfragen. Aber was tut sie statt dessen? Richtig! Neue Nadeln kaufen gehen ...

Aktuell auf den Nadeln und mit größerer Fortschritts-Wahrscheinlichkeit im Laufe des Monats:


Im Uhrzeigersinn: In Orange ein Quadri. Wollte ich schon ewig mal ausprobieren und jetzt habe ich endlich das passende Garn gefunden. Das oben rechts soll mal ein Seidentop werden, ganz gegen meine Gewohnheit von oben nach unten gestrickt. Und mit Dreier-Nadeln, das kann also noch etwas dauern ...Darunter in türkis-grün ein halbrundes Tuch mit Lace-Mustern, das ich relativ planlos begonnen habe, weil ich UNBEDINGT SOFORT das geniale Madeline Tosh Garn zwischen den Fingern haben wollte. Und das Gelbe wird, wenn ich Glück habe, ein asymmetrisches Dreieckstuch, das zu einem bestimmten Kleid passen soll.

Im vergangenen Monat hat die Arbeit jede Menge Strick-Zeit geklaut! Deshalb entstanden überwiegend einfache Sachen, die mit dem Restverstand, den die Arbeit übrig ließ, leicht zu bewältigen waren: Linientreu wurde ja schon zu Anfang des Monats fertig, zu dem erzähle ich gleich noch ein bisschen mehr. Der große Feuerteufel war auch schon ziemlich weit fortgeschritten und kostete nur noch Überwindung. Zum Exploration Station wurde ich durch die Strickgruppe genötigt. Und zu guter Letzt der Nautilus, der ein ideales Nebenbei-Projekt war.



Die Story des Monats war aber 'Linientreu'. Ich habe, wie immer, das fertige Projekt bei Ravelry hochgeladen. Das juckt ja normalerweise keinen und ich hatte noch nicht einmal einen guten Namen dafür gefunden, sondern provisorisch einfach den Titel, den der Blogpost hatte, eingetragen. Kurz darauf hat Yarn over Berlin das Tuch in ihrer Gruppe gezeigt, worauf gleich erste Rufe nach der Anleitung laut wurden und einige anboten, einen Teststrick zu machen. Ein Angebot, das ich gerne annahm, weil ich mir nicht sicher war, wie nachvollziehbar meine Dreiecks-Erklärungen waren.

Während die Teststrickerinnen sich noch durch die deutsche Anleitung kämpften, passierte folgendes: 'Linientreu' wurde auf der Ravelry-Startseite in der Rubrik 'Eye Candy' präsentiert. (Ich weiß gar nicht, wie die's gefunden haben. Schauen die sich ernsthaft jedes hochgeladene fertige Projekt an? Das waren im April allein über 7.000 Tücher ...). Daraufhin wurde ich jedenfalls mit Anfragen und Komplimenten geradezu überschüttet. Normalerweise finden sich in meinem Ravelry-Postfach so etwa zwei Nachrichten pro Monat und nun plötzlich in zwei Tagen weit über 200... Es hieß also mit Volldampf die Anleitung zu korrigieren und ins Englische zu übersetzen. Kurz vor Monatsende  war sie dann fertig. Und landete fast sofort in den Top 10 bei "Hot right now".  Ich habe die Rubrik als Widget zur täglichen Inspiration auf dem Smartphone, und als da plötzlich mein eigenes Tuch auftauchte, das war schon ein surreales Gefühl.

Den Erlös habe ich natürlich gleich einem guten Zweck zugeführt und neues Garn gekauft!


Wenn die Farben nicht "Sommer" schreien, dann weiß ich auch nicht! Habe allerdings noch keine konkrete Idee, was daraus werden soll ...