Dienstag, 29. Dezember 2015

Twinkle, twinkle, little star ...

Zumindest eines der neueren WIPs ist vor Jahresfrist doch noch fertig geworden. Aber der Plan, sich endlich mal zu den älteren vorzuarbeiten, ehe die vollends UFO-Status erlangen, ist kläglich gescheitert. Obwohl ich dem Vorsatz treu geblieben bin und  nichts Neues angefangen habe!



Da das Projekt ursprünglich 'Adventsstern' hieß, ist zunächst festzuhalten, dass es in puncto Verspätung durchaus mit der Deutschen Bahn mithalten kann ... Nun könnte ich es allenfalls 'Silvesterfeuerwerk' nennen ...

Alles begann mit diesem unwiderstehlichen Garnset, das ich mir Anfang Oktober als sehr vorzeitiges Geburtstagsgeschenk gegönnt hatte:


Es handelt sich um das 'Mineral Kit' von Artyarns, bestehend aus einem großen Strang Seide mit kleinen goldenen Einsprengseln und vier kleinen Strängen mit Pailletten und Perlen. Mit über 50 € nicht ganz billig, daher die Deklaration als Geburtstagsgeschenk.

Eine erste Enttäuschung zeichnete sich allerdings bereits beim Abwickeln ab. Denn aus dem großen, fluffigen Strang wurde ein vergleichsweise kleines, mickriges Knäuel. Es war also abzusehen, dass das Gesamtpaket nicht für einen Schal / ein Tuch in halbwegs akzeptabler Größe reichen würde. Eine Lauflänge war auch nicht angegeben, was ich ziemlich unverzeihlich finde, aber im Kaufrausch total übersehen hatte.

Die beiliegenden Anleitungen halfen auch nicht weiter. Es handelte sich dabei um zwei tuchähnliche Objekte (eines gestrickt, eines gehäkelt) von ausnehmender Hässlichkeit, deren Gesamtfläche etwa der eines Geschirrtuchs gleichkam.

Das Gesamtpaket verschwand also erst einmal in der Schublade und wurde erst Anfang Dezember wieder herausgeholt, als mit dem schwindenden Tageslicht die Lust auf Glitzerkram wuchs. Farblich Passendes fand sich schnell in den Beständen:
  • zunächst mal die 22 g Silkhair Print von Lana Grossa (70% Mohair, 30% Seide), LL 400m / 50g, Farbe 312, die von der großen Miss B. übrig geblieben waren
  • 6 g Kid Seta Lux von Schulana (71% Mohair, 20% Seide, 5% Polyester, 4% Polyamid), LL 210 m / 25 g, Farbe 204
  • 17 g dunkelgraues Lace-Seidengarn unbekannter Herkunft (da schon vor Urzeiten gewickelt und ohne Etikett aufbewahrt), LL ca. 400 m / 100 g
Da die Paillettenstränge jeweils auch nur für ein paar Reihen reichten, musste ich hier noch für Nachschub sorgen: Beilaufgarn Galaxy von Lanartus (100g Polyester), LL 340 m / 25 g, Farbe F 09.



Für das Muster kam bei der wilden Mischung dann ohnehin nur etwas mit Streifen, Wellen, oder Zacken in Frage, bei dem man nicht an feste Mengenangaben gebunden ist und jederzeit aufhören kann, wenn das Garn zu Ende ist. Die Zacken- / Sternform ist letztendlich der Jahreszeit geschuldet. Ich hätte auch selber den Taschenrechner rausholen können, aber praktischerweise gab es bereits eine schöne Anleitung: Das Design heißt (aus unerfindlichen Gründen) 'Butterfly Dream' und ist bei Drops kostenlos erhältlich.

Und natürlich gilt: "Nur echt mit der Goldkante" ;)




Sonntag, 27. Dezember 2015

Jahresbilanz


Ich hab mir mal den Spaß gemacht und versucht, alles, was ich dieses Jahr gestrickt und gehäkelt habe, in ein Bild zu quetschen. Das sieht zwar auf den ersten Blick recht eindrucksvoll aus, hat aber, wie ich finde, auch etwas Verstörendes, wenn man den zugrundeliegenden Suchtfaktor berücksichtigt ...



Die Jahresproduktion in Worten:
  • 1 Jacke
  • 1 Kleid
  • 1 Poncho + Cowl
  • 12 Schals
  • 26 Tücher
Damit wäre auch die häufig gestellte Frage von Monika beantwortet ("Wie viele Tücher hast Du denn eigentlich?"). Insgesamt sind es höchstens noch vier oder fünf mehr, weil ich erst letztes Jahr angefangen habe, mich auf die vermeintlichen Kleinteile zu stürzen.

Zu meiner Verteidigung (und Selbstbeschwichtigung) sollte ich vielleicht anmerken, dass 2015 beruflich gesehen ein ziemlich schlechtes Jahr war (wenig Aufträge = viel Freizeit). Falls sich das nicht bald ändert, sollte ich eventuell doch ernsthaft in Erwägung ziehen, wenigstens die Anleitungen zu vermarkten ...


Freitag, 25. Dezember 2015

Willensschwäche und Willensstärke

Im allgemeinen präweihnachtlichen Trubel beschloss ich, rechtzeitig daran zu denken, mir selber was zu schenken. Und es ist ja klar, was da nur in Frage kam, oder?


Zu dem Zeitpunkt (Anfang Dezember) war ich noch auf der verzweifelten Suche nach einer passenden dritten Farbe für den vermaledeiten Doodler - daher die verschiedenen Lilatöne, auf deren Verwendung ich nun sehr gespannt bin. Auch den Rest werdet Ihr im Verlauf des nächsten Jahres sicher noch genauer kennenlernen. Das war meine erste Bestellung bei Dibadu und neben dem hinreißenden Seiden-Leinen-Garn war ich besonders angetan von der schnellen Lieferzeit (zwei Tage nach Absenden der Bestellung war das Päckchen schon da). Gut zu wissen, falls es mal zu unvorhergesehenen Wollengpässen kommen sollte. (Sehr unwahrscheinlich, ich weiß ...)

Ein paar Tage später stellte sich mir bei Instagram eine weitere Versuchung in den Weg, der ich unmittelbar erlag: die großartigen, ausschließlich mit Pflanzenfarben gefärbten Garne von Knitime.


Mit dem Argument  "Ist ja bald Weihnachten" habe ich auch hier jegliche Zurückhaltung bei der Bestellung vermissen lassen. Die Schätzchen kamen drei Tage später bei mir an, getrödelt hat aber ausschließlich DHL.

Und dann fiel mir siedendheiß ein, dass bei Lanade ja wieder eine dieser verhängnisvollen Rabattaktionen lief - diesmal für Alpakawolle. Da hat die Lieferung eine ganze Woche gedauert, aber zu dem Zeitpunkt war es auch nicht sooo dringend ...


Das mit der Willensschwäche aus der Überschrift dürfte damit hinreichend belegt sein. Und außerdem lässt das nur einen Schluss zu: Ich muss dieses Jahr besonders brav gewesen sein ...

Und wo, fragt Ihr Euch, bleibt da die Willensstärke? Nun, ich habe es tatsächlich geschafft, meinem Vorsatz treu zu bleiben und nichts Neues anzufangen, nicht einmal einen winzigkleinen Probestrick. Statt dessen beschränke ich mich darauf, die Stränge nach und nach abzuwickeln und Pläne zu schmieden ...



Montag, 14. Dezember 2015

Ende gut, alles (mehr oder weniger) gut: Der 'Doodler'

Meine Leidensgeschichte rund um den 'Doodler' von Stephen West klang ja in verschiedenen Posts der letzten Wochen schon an. Rein stricktechnisch ist das Ding ja keine großer Herausforderung: Fast nur rechte Maschen. Lediglich der große Zopf an der Oberkante erfordert gegen Ende etwas Anstrengung, wegen der Vielzahl der Maschen.



Das Problem war die Farbwahl. Nachdem das ein Mystery KAL war, wusste man nicht, was am Ende dabei rauskommt. Meine ursprünglichen Farben habe ich schnell komplett verworfen, als beim ersten Clue die Farbe B nur aus den schmalen, sich wiederholenden Streifen bestand. Erst der vierte Versuch ergab einen akzeptablen Kontrast. Und für die dritte Farbe (die große Welle außenrum) fand sich auch nichts Passendes. Weder fand sich im nicht kleinen Fundus etwas, noch überzeugten die etwa sieben zusätzlich bestellten Lilatöne (bin gespannt, wann ich die alle verstricke ...).

Zwischenzeitlich hatte ich schon erwogen, das Mistding einfach aufzutrennen. Ehrlich gesagt ist das Einzige, was mich davon abgehalten hat, die Tatsache, dass Aufribbeln mühsamer gewesen wäre als fertig stricken, zumal ich sogar schon die Fäden vernäht hatte.

Am Donnerstag habe ich dann aus purer Verzweiflung   noch diesen Kombi-Cake von Lanartus gekauft:


Zwar fand ich, das die Farben in sich gar nicht so gut zusammenpassen, geschweige denn zu dem dunklen Lila vom halbfertigen Doodler, aber aus irgendeinem Grund sah die Kombination weniger irritierend aus, als alles, was ich zuvor versucht hatte. Zudem fand ich die Idee, die Welle mehrfarbig zu gestalten ganz gut, weil sie dadurch nicht gar so dominant erscheint. In die Reihe der Ärgernisse um dieses Tuch fügte sich dann noch ein, dass die Wolle zwar die bewährt gute Lanartus-Qualität hatte, aber vor Knoten nur so strotzte (was bei dem Preis, wie ich finde, nicht akzeptabel ist).

So sah's frisch von der Nadel (vor Waschen und Spannen) aus:


Mein Fazit: Gelegentlich wird sich das Ding schon tragen lassen, aber ans Herz wird mir der Doodler nicht mehr wachsen. Und: Sollte ich jemals wieder die Absicht kundtun, an einem MKAL teilzunehmen, bitte ich darum, mir einen kräftigen Schlag auf den Hinterkopf zu verabreichen.

Um Gerechtigkeit walten zu lassen: Wenn einem die Form und Konstruktion gefällt, kann man den Schal auch ansprechender gestalten. Neben vielen gewöhnungsbedürftigen und einigen komplett fürchterlichen Exemplaren sind bei Ravelry und Instagram auch viele zu besichtigen, die wirklich hübsch aussehen, etwa wenn die Farben Ton in Ton gehalten sind. Eine schöne Idee fand ich auch, den inneren Teil mit einem langen graduellen Farbverlauf zu stricken.

Das Kraus-Rechts-Gestrick führt natürlich dazu, dass sich das Teil nach dem Waschen beträchtlich ausdehnt. Ausnahmsweise habe ich diesmal daran gedacht, das Maßband auch vorher zu zücken:

Maße vor dem Waschen: Länge 1,25 cm, Höhe (an der breitesten Stelle) 52 cm
Maße nach dem Waschen: Länge 1,60 m, Höhe 70 cm

Und dann stellt sich natürlich auch noch die Frage: Lässt sich das Teil vernünftig stylen oder sollte man es besser zum Anstaunen an die Wand hängen? Wenn man es auf althergebrachte Weise um den Hals wickelt, geht der schöne Strahleneffekt des Mittelteil jedenfalls verloren:


Allenfalls unter Einsatz eines Pins (und wenn man sich im Laufe des Tages nicht allzu viel bewegt) lässt sich der Effekt etwas besser transportieren.



Die Anleitung gibt's hier (für alle die ich jetzt nicht komplett abgeschreckt habe).

Material: 
  • Farbe A: Fine Art von Rowan (45% Wolle 20% Mohair 25% Polyamid 10% Seide) LL 400 m / 100g, Farbe 304 (verwendet 90 g)
  • Farbe B: Meilenweit Merino von Lana Grossa (80% Wolle, 20% Polyamid), LL 420 m / 100 g, Farbe 2034 (verwendet 79 g)
  • Farbe C: Fine Merino Art von Lanartus (100% Wolle), LL 320 m / 100 g, Farbe 20 (verwendet 105 g)
Nadelstärke 3,5 mm


Sonntag, 13. Dezember 2015

Jetzt kann der Winter kommen (muss aber nicht!)

In all den Jahrzehnten die ich nun schon stricke, bin ich noch nie auf die Idee gekommen, einen Poncho anzufertigen. Zwar weckte der Anblick eines solchen stets nostalgische Erinnerungen an den jungen Clint Eastwood, aber das Bedürfnis selber einen zu tragen kam nie auf. In diesem Jahr konnte ich mich aber dem allgemeinen Hype nicht entziehen. Nachdem die Dinger überall allgegenwärtig waren, wollte ich plötzlich auch einen.

Und nun kann ich dem kommenden Winter grimmig entgegen schauen! (Bisher scheint's ja schon mal gut zu klappen, ihn abzuschrecken.)


Stricktechnisch war's denkbar einfach: Einfach ein Rechteck mit einem Loch in der Mitte.

Da ich grundsätzlich ziemlich voluminöse Handtaschen mit mir herumzuschleppen pflege, wollte ich ein leichtes, fluffiges Garn, um weiteres Gewicht möglichst gering zu halten. Da kam 'Vela' gerade recht. Strickvergnügen ist es allerdings keines, weil es ein unregelmäßiges Bändchen ist, das am (Kunststoff-)Faden hängt. Außerdem hatte ich schon länger ein Auge auf die 'Colorato Nodo' geworfen. (Wichtig ist hier der Zusatz 'Nodo', weil der für die unregelmäßigen Knötchen steht, die sich beim Stricken - vor allem bei linken Maschen - ergeben.)


Aus ökonomischen Gründen (sauteuer + geringe Lauflänge) kam allerdings nur in Frage, einzelne Akzente damit zu setzen.

Insgesamt stimmen die Proportionen für meinen Geschmack nicht ganz. Ich hätte den Poncho gern eine Spur länger und dafür weniger breit gehabt. Tragen tut er sich aber ganz wunderbar, ich bin voll und ganz bekehrt. Deshalb war das sicher nicht mein letzter und beim nächsten mache ich es besser!


Material:

für den Poncho:

  • 400 g Vela von Lana Grossa (10% Mohair, 10% Alpaca, 21% Schurwolle, 40% Polyamid, 19% Polyacryl), LL100 m / 50 g, Farbe 005
  • 100 g Vela von Lana Grossa (10% Mohair, 10% Alpaca, 21% Schurwolle, 40% Polyamid, 19% Polyacryl), LL100 m / 50 g, Farbe 011
  • 100g Colorato Nodo von Lana Grossa (90% Schurwolle, 10% Polyamid),, LL 110 m / 50 g, Farbe 108
für den Cowl:

    • 50 g Colorato Nodo von Lana Grossa (90% Schurwolle, 10% Polyamid),, LL 110 m / 50 g, Farbe 108
    • Reste von Vela in beiden Farben sowie von der Arioso von der petrolfarbenen Jacke
    Nadelstärke 7,0 mm



    Sonntag, 6. Dezember 2015

    Zackig

    Das neueste Werk ist so groß geworden, dass es eigentlich eher einem Poncho als einem Tuch gleicht. Das machte die Entscheidung, was ich mit der Abschlusskante machen sollte, dann letztlich etwas einfacher. Ich schwankte nämlich tagelang zwischen Fransen, Quasten oder gar nichts. Ich habe sogar die diversen Communities befragt, mit interessant widersprüchlichen Ergebnissen: Während die G+ Strickerinnen überwiegend der Meinung waren, da müsse nichts mehr dran (oder zu meiner zusätzlichen Verwirrung Perlen ins Spiel brachten), verlangten die Instagrammerinnen einstimmig nach Fransen oder Quasten.


    Das mit den Quasten ist ja so eine Sache. Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch dunkel daran, dass derlei Zierrat Großmutters Sofa, oder in Härtefällen auch deren Vorhänge schmückte. Aber irgendwann im letzten Jahrhundert schienen sie ausgestorben und fristeten allenfalls, an strategischen Stellen platziert, ein Nischendasein als Stripperinnen-Accessoire.


    Aber in diesem Jahr waren die Troddeln plötzlich wieder da. Ich habe das halbwegs amüsiert zur Kenntnis genommen und im Hinterkopf abgespeichert, dass man die vielleicht mal bei einem asymmetrischen Dreieck an die Ecken setzen könnte. Aber dann kam am Donnerstag im Stricktreff die Idee auf, dass man doch welche an die Spitzen dieses Tuchs machen könnte. Zunächst schreckte ich vor der Idee etwas zurück, weil mir 13 Quasten an einem einzigen Kleidungsstück doch etwas viel schienen.


    Ich habe dann probeweise eine angefertigt und als weitere Option auch noch ein Fransenbündel improvisiert. Danach fiel die Entscheidung dann leichter, denn ganz ohne sah plötzlich langweilig aus und die Fransen "a bisserl wieselhaarig" (für Bewohner jenseits des Weißwurstäquators: ömmelig).


    Zur Gesamtkonstruktion:
    Ich habe im Wesentlichen Garn Nr. 1 (Tosca Light) aus der Einkaufstüte gezerrt und Garn Nr 2 (Fleißiges Lieschen) aus dem Stash geholt und einfach losgelegt. Der ursprüngliche Plan, durchgängig Rauten zu machen, hatte sich nach der zweiten Rautenreihe erledigt, weil das durch die Zunahmen am Rand und in der Mitte mit der Maschenzahl nicht mehr aufging. Merke: Es wäre nicht schlecht, vorher mal den Taschenrechner zu Rate zu ziehen, ehe man sich blindem Aktionismus in die Arme wirft!

    Da zu dem Zeitpunkt schon rund 30 Zentimeter gestrickt waren, war Auftrennen keine Option. Ich beschloss also erst mal, geradeaus weiterzustricken und weitere Rauten am unteren Rand zu platzieren, diesmal nicht ohne vorher die ein oder andere Grundrechenart anzuwenden. Und gleichzeitig verfestigte sich die Idee, die Rauten ab der letzten Zunahme einzeln fertigzustricken. Das Ergebnis sind die schönen Zacken. Bonus: Kein Abketten nötig.

    Vorder- und Rückseite sehen hier - im Gegensatz zum Askews Me Schal deutlich unterschiedlich aus, was vermutlich daran liegt, dass die Wolle geringfügig dicker ist:

    Und außerdem gelobe ich hiermit, in diesem Jahr nichts Neues mehr anzufangen, sondern mich ausschließlich mit den zahlreichen UFOs zu beschäftigen, die hier noch rumliegen. Das sollte sich doch durchhalten lassen ...

    Garnverbrauch (ohne Quasten):

    • 130 g Tosca Light von Lang (55% Schurwolle, 45% Polyacryl), LL 400m / 100g, Farbe 777.0015
    • 100 g Fleißiges Lieschen Col. von AWV (75% Schurwolle, 25% Polyamid) LL 420m / 100g, Farbe 111
    • 65 g Cool Wool Big Melange von Lana Grossa (100% Schurwolle), LL 120 m / 50g, Farbe 318
    Nadelstärke: 4,0 mm

    Dienstag, 1. Dezember 2015

    Auf den Nadeln im Advent


    Nachdem draußen nun schließlich doch die jahreszeitbedingte Düsternis eingesetzt hat, habe ich mich kurzfristig entschlossen, wenigstens drinnen ein paar Glanzpunkte zu setzen (in Gestalt von goldenen Pailletten, die zwischen verschiedenen Seiden- und Silk-Mohairgarnen aufblitzen). Muss ich überhaupt sagen, dass das auch wieder ein Tuch wird? Halbrund und im Zickzackmuster, aber im Dezember nennen wir das natürlich sternförmig ;).


    Der November war in weiten Teilen davon geprägt, mich über den 'Doodler' im diesjährigen Westknits-MKAL zu ärgern. Der erste Clue gefiel mir noch ganz gut und eignete sich auch prima als Handtaschen-Projekt fürs gedankenlose Stricken unterwegs. Der monströse Zopf in kraus rechts war schon weniger nach meinem Geschmack, ließ sich aber wenigstens schnell erledigen. Mit dem dritten Clue, der dann Wellen in verkürzten Reihen an den Rand anfügen sollte, habe ich dann aufgegeben. Zum einen, weil ich keine passende dritte Farbe zur Ergänzung fand. Vor allem aber, weil mir die Gesamtkonstruktion immer weniger gefiel. Möglicherweise hat das Design ja auf dem Papier gut ausgesehen, aber mir erscheint es zu bemüht originell. Und außerdem war abzusehen, das das Ding nicht mal groß genug werden würde, um es vernünftig tragen zu können.


    In meiner Abneigung gegen Mystery-KALs bin ich damit voll bestätigt worden. Ich werde garantiert nichts mehr anfangen, von dem ich nicht vorher weiß, wie es aussehen wird (von eigenen Kreationsversuchen mal abgesehen ...).

    Da ich damit insgesamt doch ziemlich viel Zeit "verdoodelt" habe, fällt die Novemberausbeute diesmal sehr übersichtlich aus. Aber zumindest ist die petrolfarbene Jacke endlich fertig geworden, die monatelang mahnend in der Ecke lag. Und dann habe ich mich wieder mit Brioche vergnügt (nein, ein Ende ist noch nicht abzusehen). Nunmehr besitze ich also auch eine Miss B. in Normalgröße sowie eine große kuschelige Eigenkreation in Blau, die mir den Wintereinbruch etwas versüßt.


    Die weiteren Pläne für den Dezember beinhalten dann auch auf jeden Fall mehr Brioche! Aktuell auf den Nadeln ist ein etwas schlichteres Dreieckstuch aus Sockenwolle, weil ich keine Muße hatte, mir über Muster den Kopf zu zerbrechen: 


    Außerdem habe ich mich vom allgemeinen Poncho-Hype anstecken lassen und will jetzt auch einen! Und zwar in kuscheliger Übergröße, aber simpel in Schnitt und Muster. (Was im Bild zu sehen ist, ist die Bordüre am unteren Rand, der Rest wird glatt rechts in grau.) 



    Eigentlich wollte ich auch schon längst ein paar Hausschuhe filzen. Und fingerlose Handschuhe stricken. Man glaubt es kaum, aber davon besitze ich tatsächlich kein einziges Paar! Realistisch betrachtet glaube ich aber kaum, dass ich mich dazu aufraffen kann. Irgendwie kommt immer was Reizvolleres dazwischen. Na ja, macht nichts, gute Vorsätze sind ja erst im nächsten Monat fällig!

    Nun bin ich aber erst mal gespannt, was bei den anderen im Dezember auf den Nadeln ist ...