Dienstag, 22. September 2015

Rotverschiebung

Sooo, damit wäre also diesmal tatsächlich alles, was ich mir für den September vorgenommen hatte, erledigt. Wegen der leicht erhöhten Arbeitsbelastung hatte ich ja nur unkomplizierte Sachen auf den Nadeln. Wie dieses Dreieckstuch: An der unteren Spitze begonnen und dann einfach im Dornröschenmuster durchgestrickt, bis die zwei Knäuel aufgebraucht waren.



Garn: 3 Cento von Lana Grossa (53% Schurwolle, 47% Acryl), LL 300m / 50g
Nadeln: 4,5mm



Weil sich das Garn so schön verarbeiten lässt und außerdem ewig läuft, hatte ich eigentlich vor, davon in anderen Farben noch was anzuschaffen. Aber: gestern kam endlich die langersehnte Lieferung von 100 Farbspiele. Ich wusste schon kaum noch, was ich da vor sechs Wochen bestellt hatte und die Post hat auch noch mal unglaubliche vier Tage gebraucht, das kleine Päckchen zu mir zu tragen. 

Und nun weiß ich natürlich gar nicht, womit ich zuerst anfangen soll:



Außerdem scheinen alle, aber wirklich alle 3,5er Nadeln verschwunden zu sein. Unerklärlich, denn in den angeschlagenen Projekten, bei denen ich noch den Überblick habe, stecken entweder größere oder kleinere Nadeln.

Hinzu kommt, dass ich die Garne bestellt hatte, als ich voll im Lace-Fieber war. Seitdem ich aber vorletzte Woche angefangen habe, mich mit zweifarbigem Brioche zu beschäftigen, hat mich das voll gepackt. Habe das halbe Wochenende damit verbracht, meine Wollvorräte auf Brioche-Tauglichkeit hin abzuchecken, mit unbefriedigenden Ergebnissen. Ich sehe weitere Einkäufe in meiner näheren Zukunft...

Den langweiligen Schal, den ich zu Übungszwecken angefangen hatte, werde ich wohl wieder auftrennen (Moment: Da könnten 3,5er Nadeln drin sein...). Denn mittlerweile habe ich mich auch an die Sache mit den Richtungswechseln gewagt und festgestellt, dass das bei weitem nicht so kompliziert ist wie ich dachte. Das Modell 'Willow' aus dem Buch von Nancy Marchant sieht bei mir zumindest vorerst genauso aus, wie in der Vorlage:



Und zumindest die Hälfte der nötigen Wolle stammt aus den eigenen Lagerbeständen. Mit dem Mohair-Garn sieht man auch etwas schneller Ergebnisse. Bis ich das Ganze verinnerlicht habe, werde ich auch ausnahmsweise ganz brav nach Anleitung stricken. Ich habe allerdings schon festgestellt, dass es kaum Anleitungen für meine heißgeliebten Dreieckstücher gibt, sondern hauptsächlich für Schals und Stolas. Da werde ich mich wohl über kurz oder lang selber ans Tüfteln machen müssen.



Samstag, 12. September 2015

Neue Herausforderungen...

Man sollte ja auch im Alter nicht davor zurückschrecken etwas Neues zu lernen. Deshalb hatte ich mir irgendwann im Frühjahr vorgenommen, mich im Herbst mal etwas näher mit zweifarbigem Brioche zu beschäftigen. "Brioche" ist ja nichts anderes als das gute alte Patentmuster, aber mit zwei Farben gearbeitet (und im Idealfall auch noch mit jeder Menge Zu- und Abnahmen) ist das doch ein Fall für sich.

Nachdem sich nun beim besten Willen nicht mehr verleugnen lässt, dass der Herbst angekommen ist, habe ich also das einschlägige Standardwerk zum Thema aus dem Regal geholt: Knitting Fresh Brioche von Nancy Marchant.


Natürlich juckt es in den Fingern, sofort so ein Prachtstück wie auf dem Titelblatt anzuschlagen, aber die Vernunft gebietet dann doch, zunächst mal kleinere Brötchen zu backen. Beziehungsweise mit einem simplen Schal, bei dem es nur geradeaus geht, anzufangen.


Erste Erkenntnis: Schwierig ist es nicht. Man muss am Anfang nur etwas aufpassen. Aber dadurch, dass man jede Reihe zweimal strickt, geht es doch vergleichsweise langsam voran. Ich werde mich jetzt erst einmal tapfer durch die zwei Knäuel Sockenwolle arbeiten und dabei von einem schönen, großen Tuch in der Technik träumen...

Falls schon jemand Erfahrung damit hat, würde ich mich auch sehr über Tipps freuen, welche Wolle sich generell am besten dafür eignet.






Noch ein neues Septemberprojekt ...




















Herbstlaub


So, damit wären die Blattmotive für diesen Herbst auch abgehakt! Das Dreieckstuch (diesmal von einer Ecke aus gestrickt, wie ein Drachenschwanz) ist etwas klein geraten, weil die Wolle ein Schlussverkaufs-Restposten war und es nur noch 125 g gab. Also nix zum Einkuscheln, aber der Hals wird auf jeden Fall schön warm gehalten.








Garn: 125 g Alta Moda Fine Degradè (70% Alpaka, 25% Wolle, 5% Polyamid), LL 160 m / 25 g
Nadeln: 5,0 mm

Montag, 7. September 2015

Zeitreise III: Herbstvariationen

Mit den aktuellen Projekten geht's im Moment nicht ganz so zügig voran. Aber bei dem Wetter muss ich schon mal etwas tiefer im Kleiderschrank wühlen. Und ganz, ganz tief kamen da zwei alte Herbstimpressionen zum Vorschein, die ich fast schon vergessen hatte.


Dieses Prachtstück trage ich eigentlich immer noch ganz gerne, obwohl er schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Das Bemerkenswerte daran ist, dass er zu einer Zeit entstand, als es noch keine Farbverlaufsgarne gab. Im Prinzip besteht er aus lauter Resten. Und ich gestehe, dass immer noch nicht alle Fäden vernäht sind... Ich kann echt nicht fassen, dass ich damals den Nerv hatte, die exakte Farbreihenfolge auch noch bei den Ärmeln zu wiederholen, obwohl ja jede Farbe nur über ein oder zwei Reihen geht. Ich glaube, derart detailbesessen bin ich heute nicht mehr. Und zum Glück gibt's ja mittlerweile jede Menge schöner Wolle, die einem diese Arbeit abnimmt...

Modell Nr. 2 ist allerdings definitiv nicht mehr mein Stil. Applikationen? Also echt nicht! Aber die Idee, Noppen als Weintrauben anzuordnen fand ich damals wahnsinnig originell (die Trauben wurden mitgestrickt, die Blätter und Stiele später draufgenäht). Und wer weiß? Wenn ich den Pulli nochmal für ein, zwei Jahrzehnte vergrabe, komme ich vielleicht wieder auf den Geschmack.


Wie sieht's denn bei Euch aus? Könnt Ihr Euch von den alten Meisterwerken trennen, wenn sie den modischen Zenit überschritten haben?


Dienstag, 1. September 2015

Auf den Nadeln im September

Ich mache jetzt zum dritten Mal bei Maschenfeins monatlicher Verlinkung auf den Nadeln mit und zweierlei hat sich bisher gezeigt: 1) es gibt da wirklich jede Menge kreative, inspirierende Blogs zu entdecken und 2) was ich selber am Anfang des Monats vorstelle und was Ende des Monats tatsächlich gestrickt wurde, hat nur wenig miteinander zu tun.

Von den drei ins Auge gefassten Projekten des Monats August ist nur das Sonnentuch fertig geworden. Das blaue Top ist zwar etwas gewachsen, aber wie abzusehen war, langweilt mich das glatt rechts Stricken so sehr, dass ich das Ding allenfalls einmal wöchentlich zum Stricktreff aus der Tasche hole. Das rostrote Top werde ich wieder auftrennen und was anderes aus dem Garn machen.

Statt dessen haben diverse Spontankäufe dazu geführt, dass drei andere Tücher entstanden sind (siehe RichtungswechselGlitzerkram und Herbstbote):


Bin selber ganz überrascht von meiner Produktivität. Im September wird's allerdings nicht so üppig werden, da mit einem größeren Arbeitsanfall jenseits der Nadeln zu rechnen ist (irgendwo muss das Geld für die Wolle ja herkommen).

Völlig ohne Gewähr daher das, was aktuell auf den Nadeln ist und von dem ich annehme, dass es im Lauf des Monats fertig werden wird. (Was dann tatsächlich passieren wird, werden wir ja in vier Wochen sehen.)
Geplant ist zum einen dieses Dreieckstuch (diesmal von einer Ecke aus gestrickt) mit den herbstlichen Blättern am Rand. Das wird zur Abwechslung mal relativ klein, da ich nur fünf Knäuel von der Wolle habe (zwei sind schon verarbeitet):


Relativ optimistisch bin ich auch im Hinblick auf Modell Nr .2, ebenfalls ein Dreieckstuch, von der unteren Spitze aus gearbeitet, mit einem simplen Muster. Da konnte ich wieder mal der Farbverlaufswolle nicht widerstehen...


Weitere Prognosen wage ich vorerst noch nicht. Ich formuliere allenfalls noch den Vorsatz, wenigstens gelegentlich eines der zahllosen UFOs zur Hand zu nehmen, die schon monatelang unbeachtet herumliegen. Zum Beispiel diesen kümmerlichen Anfang, der seit Mai ruht und der durch die Farbwechsel und verkürzten Reihen etwas Abwechslung verspricht: